1. Saarland
  2. Blick zum Nachbarn

IG Metall: Krise mit Viertagewoche und Fonds überwinden

IG Metall: Krise mit Viertagewoche und Fonds überwinden

Die IG Metall will die von der Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise mit einer tariflich geregelten Viertagewoche überwinden. Damit könne nicht nur Beschäftigung langfristig gesichert werden, sagte der Bezirksleiter Mitte, Jörg Köhlinger, am Mittwoch bei einer Gewerkschaftskonferenz in Offenbach.

Es bleibe mehr Zeit für die Qualifizierung der Beschäftigten und die Kinderbetreuung. Zudem solle ein Beteiligungsfonds aufgelegt werden, um angeschlagene Unternehmen auf der Kapitalseite zu unterstützen. Zunächst habe sich in der Krise der Sozialstaat mit verbesserten Regelungen zur Kurzarbeit bewährt.

An der Veranstaltung in dem früheren Industriewerk Fredenhagen nahmen rund 250 Betriebsräte und Vertrauensleute aus 133 Betrieben im Bezirk Mitte teil, der Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Saarland umfasst. Köhlinger kritisierte Auto-Zulieferer wie Continental und Schaeffler, die die Krise zum brutalen Abbau von Arbeitsplätzen nutzten. Am Veranstaltungsort demonstrierten auch rund 100 Beschäftigte des Zulieferers Norma, die ebenfalls um ihre Jobs bangen.

Der Arbeitgeberverband Hessenmetall warnte vor zu umfangreichen und lang anhaltenden Subventionen für angeschlagene Betriebe. Je länger dieser Weg dauere, desto schwieriger werde es, anschließend wieder schnell Fahrt aufzunehmen, sagte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Es fehle dann später an staatlichen Mitteln für Zukunftsinvestitionen. Zudem dürften Tarifpolitik und Arbeitsrecht keine höheren Kosten und mangelnde Flexibilität verursachen.