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Gentest liefert Beweis für weiteren Wolf in Luxemburg

Gentest liefert Beweis : Weiterer Wolf in Luxemburg

Das Raubtier hatte im Nachbarland vor zwei Wochen drei Schafe gerissen.

In Luxemburg ist erneut ein Wolf nachgewiesen worden. Das Tier habe vor rund zwei Wochen im Raum Niederanven drei Schafe gerissen, teilte das luxemburgische Umweltministerium am Mittwoch in Luxemburg mit. Anhand von genetischen Untersuchungen des Speichels an den Bisswunden sei der Wolf eindeutig belegt worden. Es handele sich um den dritten gesicherten Nachweis eines Wolfes in Luxemburg seit mehr als 100 Jahren. Der erste Wolf war 2017 im Raum Holzem-Garnich aufgetaucht, 2018 gab es einen Nachweis bei Fouhren.

Der Wolf der jetzt analysierten Proben zähle zur mitteleuropäischen Flachlandpopulation, die schwerpunktmäßig vom Zentrum Polens bis nach Niedersachsen verbreitet ist. Tiere dieser Population seien bereits in Belgien, den Niederlanden und in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden, hieß es in der Mitteilung. Wo sich das Tier von Niederanven nun aufhalte, sei unbekannt.

Die Ereignisse der vergangenen Jahre deuten nach Ansicht des Ministeriums darauf hin, dass sich Luxemburg inmitten einer Region befindet, in der die mitteleuropäische Flachlandpopulation und die Alpenpopulation miteinander verschmelzen. Der zuerst nachgewiesene Wolf in 2017 stammte Aus der Alpenpopulation, die vor allem in den italienischen und französischen Alpen verbreitet ist.

In Luxemburg existiert ein „Aktions- und Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Luxemburg“. Die Bevölkerung sei weiterhin aufgerufen, alle Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen zwecks Monitoring der Naturverwaltung zu melden. Wölfe können mitunter mehr als 70 Kilometer am Tag zurücklegen, etwa bei der Partnersuche.

(dpa)