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Franzosen wegen falschen Saarbahn-Fahrschein bei der Polizei

Kostenpflichtiger Inhalt: Empörung über Saarbahn : Wegen falscher Tickets für die Saarbahn zur Polizei

Ein falsch gezogenes Ticket brachte zwei junge Französinnen in ein Saarbrücker Polizeirevier.

Zwei junge Französinnen wollten in der saarländischen Landeshauptstadt shoppen gehen. Die Tour endete aber ungeplant in einem Saarbrücker Polizeirevier, wo ihre Eltern sie abholen mussten. Ein paar Tage später flatterte ein auf Deutsch verfasster Bußgeldbescheid von 60 Euro bei ihnen ins Haus. Darüber berichtete die Tageszeitung „Républicain Lorrain“ und löste eine Welle der Empörung aus.

Der Fehler der Mädchen: Sie hatten am Saarbahn-Automat das falsche Ticket gezogen. Sie kauften in Kleinblittersdorf ein Kurzstreckenticket für 1,90 Euro, das nur für fünf Haltestellen gilt. Die korrekt gelöste Fahrkarte in der Preisstufe 3 hätte 3,70 Euro gekostet. Als sie sich bei der Kontrolle nicht ausweisen konnten, begleitete der Sicherheitsdienst die beiden zur nächsten Polizeistation, um die Personalien festzustellen. „Das ist zunächst mal ein üblicher Vorgang. Ob dies im Falle der Jugendlichen wirklich notwendig war, müsse mit den Kontrolleuren nochmal geklärt werden“, erklärt eine Sprecherin der Saarbahn. Fakt sei aber, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrschein ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 Euro nach sich zieht. Eine Nachzahlung direkt beim Sicherheitsdienst ist nicht möglich.

Die Saarbahn räumt ein, dass die Bescheide nach Frankreich auf Französisch verfasst werden sollten. Man nehme die Anregung auf und werde demnächst den französischen Fahrgästen einen Beleg über das erhöhte Beförderungsentgelt auf Französisch aushändigen.