Viele offene Fragen in Giftmüll-Affäre

Der im grenznahen lothringischen Merten illegal lagernde Giftmüll (die SZ berichtete) beschäftigt nun auch die saarländischen Behörden. Der auf einem verwahrlosten Firmengelände lagernde Müll war jetzt Thema im Umweltausschuss des Landtages.

Das Saar-Umweltministerium teilte mit, es habe mittlerweile den Kontakt zu den französischen Behörden gesucht und für Mitte April ein Treffen in Saarbrücken vereinbart. Bei diesem Termin sollen der Präfekt Lothringens, Nacer Meddah aus Metz, der französische Generalkonsul im Saarland Frédéric Joureau und Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) die "Hintergründe bei der Lagerung wassergefährdender Stoffe und das weitere Vorgehen im aktuellen Fall besprechen sowie den künftigen Austausch in gleichgelagerten Fällen vereinbaren". Zwar geht nach Ministeriumsangaben für die saarländische Trinkwasserversorgung keine Gefahr von dem Grundstück aus. Allerdings könne eine Gefährdung der Bist, in die der Grossbach mündet, derzeit nicht ausgeschlossen werden.

Der Umweltschutzverband BUND-Saar verlangte derweil, dass "unverzüglich gehandelt werden muss". Die Aufarbeitung und Beseitigung der akuten Gefahrenlage dürfe nicht "im Kompetenzgerangel zwischen deutschen und französischen Behörden auf die lange Bank geschoben werden". Ein Austritt der dort gelagerten Chemikalien , die im weiteren Verlauf in die Bist gelangten, würde zu einem Absterben von Wasserlebewesen führen, hieß es. Auf mehrfache Anfragen der SZ nannte die Lothringer Regionalregierung in Metz noch immer keine genaue Informationen zu Art und Umfang des Giftmülls und sagte auch nicht, zu welchem Zeitpunkt die Schadstoffe beseitigt werden sollen.