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Tankrabatt in Frankreich - Ab September 30 Euro und mehr sparen​

Spritpreise : Tankrabatt in Frankreich: Bis zu 30 Euro ab September sparen

Zum 1. September läuft der Tankrabatt in Deutschland aus. Gleichzeitig macht Frankreich Benzin und Diesel deutlich günstiger. So viel können Autofahrer beim Tanken jenseits der Grenze sparen.

Der Tankrabatt der Bundesregierung hat Deutschland zum Eldorado für ausländische Tanktouristen gemacht. Im Saarland kam an manchen Tagen sogar kein Sprit mehr aus den Zapfsäulen – „leergekauft“, so die nüchterne Bestandsaufnahme des Sprechers des Tankstellen-Interessensverbands (TIV), Herbert W. Rabl.

Niedrige Spritpreise in Frankreich: Kommen jetzt die Deutschen?

Die verhältnismäßig günstigen Preise im Saarland sorgten auch für eine weitere Kuriosität: Eine Tankstelle in Saarbrücken forderte Fahrer mit ausländischem Kennzeichen auf, ihren Personalausweis vor dem Tanken zu hinterlegen. Offenbar haben Kunden aus Frankreich wiederholt das Weite gesucht, ohne die Tankfüllung zu bezahlen.

Ironie des Schicksals: Pünktlich zum Ende des deutschen Tankrabatts wird in Frankreich ab dem 1. September der Spritpreis deutlich sinken. Der Grund: Die französische Regierung erhöht ihrerseits den eigenen Tankrabatt. Folglich wird eine Gegenbewegung des grenzübergreifenden Tanktourismus erwartet.

Alle Infos zum Tankrabatt in Frankreich ab dem 1. September

Zum 1. April trat der sogenannte „remise carburant“ in Kraft. Die französische Variante des Tankrabatts sah seitdem einen steuerlichen Nachlass von 18 Cent ohne Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel vor.

  • Ab dem 1. September bis einschließlich Oktober wird der Spritrabatt von 18 auf 30 Cent pro Liter erhöht.
  • Der Tankrabatt in Frankreich gilt für Privatpersonen und Gewerbetreibende gleichermaßen.
  • Der Preisnachlass umfasst Diesel, Benzin (SP95, SP98-E5, SP-95-E10), Superethanol (E85) und Dieselethanol (ED95).
  • Flüssiggaskraftstoff (LPG-c), Fahrzeug-Erdgas (CNG) in komprimierter Form (CNG ) oder verflüssigter Form (LNG) werden gesondert vergünstigt.

ADAC-Experte gibt Einschätzung für Spritpreise ab dem 1. September

Für wen sich der Tank-Abstecher nach Frankreich lohnt und wie viel Sie sparen können, ist pauschal nicht zu beantworten, da der Spritpreis starken Schwankungen unterliegt wie etwa um bis zu 10 Cent günstigere Preise in den Abendstunden gegenüber der Mittagszeit.

Auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung sagt ein Sprecher des ADAC Saarland: „Auf Basis der aktuellen Spritpreise könnte die Differenz circa 40 bis 45 Cent betragen, beim Diesel könnte die Ersparnis auf einem ähnlichen Niveau liegen.“

So viel können Sie ab September beim Tanken in Frankreich sparen

Wer beispielsweise aus Saarbrücken-Mitte zur nächstgelegenen französischen Tankstelle nach Forbach fährt, muss knapp elf Kilometer je Richtung zurücklegen. Bei günstiger Verkehrslage beträgt die Gesamtfahrdauer knapp eine halbe Stunde.

Ausgehend von einem Benzinpreis (E5) von etwa 1,70 Euro nach dem 1. September in Frankreich, bei gleichzeitigen Spritkosten von 2,15 Euro im Saarland, beträgt die Differenz genau 45 Cent. Bei einer Mittelklasse Limousine mit einem Tankvolumen von 60 Liter läge Ersparnis bei etwa 27 Euro, bei Vollbetankung und abzüglich der Fahrtkosten für den Grenzverkehr.

Tankrabatt endet in Deutschland: Für Dieselfahrer wird Frankreich noch lukrativer

Angesichts des niedrigeren Tankrabatts auf Diesel in Deutschland, könnten Diesel-Tanktouristen ab dem 1. September in Frankreich sogar noch mehr sparen: Hier könnte eine Differenz von bis zu 50 Cent zwischen beiden Ländern möglich sein. Entsprechend können Sie beim Tanken bis zu 30 Euro für einmal Volltanken sparen.

„Wir können beim Diesel jetzt bereits beobachten, dass die Autofahrer, die in Grenznähe wohnen, vermehrt in Frankreich tanken. Dieser Effekt wird sich vermutlich zum 1. September noch weiter verstärken, wenn in Deutschland der Tankrabatt für Benzin und Diesel endet“, so der ADAC-Experte.

Nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) werden die Spritpreise in Deutschland in der ersten Septemberwoche sprunghaft in die Höhe schießen.