Streik in Frankreich: Schulen, Krankenhäuser und Verkehr lahmgelegt

Kostenpflichtiger Inhalt: Generalstreik in Frankreich : Schulen zu, Gleise leer, Straßen gesperrt: Gelbwesten und Streikende legen Lothringen lahm

Der heutige Streik in Frankreich betrifft nicht nur den Zugbetrieb. Auch in Saarbrücken machten französische Lehrer von ihrem Streikrecht Gebrauch.

Nur die wenigstens Schüler hatten heute in Lothringen wie in den meisten Regionen Frankreich regulär Unterricht. Denn die Lehrergewerkschaften hatten sich massiv am Generalstreik in unserem Nachbarland beteiligt. Rund 230 Schulen waren im Département Moselle zu. Und auch da wo die Schüler aufgenommen wurden, fand meisten spärlich oder gar kein Unterricht statt.

Anders war das im Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken. Dort hatten zwar auch einige französische Lehrer von ihrem Streikrecht Gebrauch gemacht, doch dies habe den Unterrichtsablauf nicht gestört, hieß es aus dem Sekretariat.

Schon am frühen Morgen waren im grenznahen Département Moselle die ersten Demonstranten unterwegs. In Forbach und St. Avold wurden Kreisverkehren von Anhängern der Gelbwesten-Bewegung besetzt. Blockiert wurden ebenfalls die Zufahrtsstraßen zur Chemieplattform in Carling. Auf der Autobahn A 31 wurde der Straßenverkehr durch eine sogenannte „Operation Schneckentempo“ beeinträchtigt.

Durch eine ähnliche Vorgehensweise, indem sie extrem langsam fahren, blockierten Demonstranten mit ihren Autos am Nachmittag die Einfahrten in der Stadt Metz. Dort fand am Nachmittag auch die größte Kundgebung in Lothringen statt. Rund 7000 Menschen hatten sich vor dem Bahnhof versammelt und zogen dann durch die Stadt. Am Vormittag hatte die Polizei die Geschäftsleute der Innenstadt besucht und ihnen Ratschläge gegeben, sollte es zu Ausschreitungen am Rande des Demozuges kommen. Aus Sicherheit haben viele Geschäfte für den Nachmittag geschlossen. Doch zu Randalen kam es nicht.

Auch im Justizsektor wurde gestreikt. An den Gerichten in Thionville und Saargemünd konnten keine Verhandlungen stattfinden, da die Anwälte nicht erschienen. Der am meisten betroffenen Bereich blieb der Zugverkehr. Laut Gewerkschaften beteiligen sich fast 97 Prozent der Mitarbeiter an dem Streik. Fast alle Züge wurden gestrichen. Ein paar Ausnahmen gab es für die von tausenden Pendlern genutzte Strecke von Nancy über Metz nach Luxemburg. Die grenzüberschreitende Strecke von Paris nach Saarbrücken wird auch am morgigen Freitag von den Schnellzügen ICE und TGV nicht befahren.

Ebenso wird der Saarbahn-Verkehr bis Ende der Woche vom Streik beeinträchtigt. Ab Freitagabend, 21 Uhr, bis Samstagmorgen, 5 Uhr, wird die Saarbahn nicht in den Bahnhof von Saarguemünd einfahren können, so die Stadtwerke Die gleichen Beeinträchtigungen bestehen von Samstagabend bis Sonntagmorgen. Ebenfalls von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens fährt die Saarbahn jeweils nur von und bis Hanweiler.