Streik gegen französische Rentenreform legt Lothringen lahm

Streik in Frankreich : Lothringer demonstrieren weiter gegen die Rentenreform

Behinderungen auf den Straßen, Blockaden vor Schulen und geplatzte Verhandlungen am Gericht: Der Groll hält am Tag 36 der Proteste an.

Beim letzten großen Protesttag Mitte Dezember waren rund 17 000 Menschen durch Metz, Nancy und weitere lothringische Städte gezogen, um gegen die von Präsident Macron geplante Rentenreform zu demonstrieren. Auch am heutigen Nachmittag erwarten die Gewerkschaften und Vertretern der Gelbwesten tausende Mitstreiter bei den zentralen Kundgebunden in Metz und Nancy, aber auch in Epinal und Bar-le-Duc. Erste Protestaktionen fanden bereits am Morgen statt. Gegen 8 Uhr haben Streikende das Busdepot in Metz blockiert, sodass zunächst kein einziges Fahrzeug das Depot verlassen konnte und der ÖPNV in der Stadt komplett zum Erliegen kam. Auch nachdem die Blockade ein paar Stunden später aufgelöst wurde, blieb der Verkehr eingeschränkt: Es fährt nur jeder zweiter Bus.

Ähnlich sieht die Lage in Nancy aus. Auch wer von und nach Lothringen mit dem Zug reisen will, braucht heute ziemlich viel Geduld. Die meisten Züge fallen aus. Davon betroffen ist auch die ICE/TGV-Verbindung zwischen Paris und Saarbrücken. Seit über einem Monat verkehrt hier kein Zug mehr. Autofahrer haben es zwar etwas leichter, doch Protestaktionen durch Gelbwesten-Gruppen sind an verschiedenen Kreiseln geplant und könnten den Verkehr beinträchtigen.

In vielen Schulen fällt heute der Unterricht aus. Nicht nur die Lehrer streiken. Auch Schüler zeigen sich solidarisch mit der Streikbewegung wie in Nancy, wo sie heute zum Schulbeginn den Eingang zu einem Gymnasium sperrten. Die Blockade wurde dann von der Polizei aufgelöst. Außerdem wird in Krankenhäusern und bei der Feuerwehr gestreikt. In Saargemünd bleiben die Gänge des Landgerichts leer. Die Anwälte streiken bereits die ganze Woche gegen die geplante Abschaffung ihres Sonder-Rentenmodelles. Die Verhandlungen, die für diese Woche terminiert waren, werden auf die nächsten Wochen verschoben.

Die von der französischen Regierung geplante Reform sieht die Vereinheitlichung des Rentenmodelles und die Abschaffung von Ausnahmeregelungen vor. Bisher existieren in Frankreich rund 40 unterschiedliche Rentenmodelle, deren Bedingungen sich für Bezüge und Renteneintrittsalter je nach Berufsgruppen stark unterscheiden.