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Rechtsextremer Bürgermeister sorgt für dicke Luft im Rathaus

Hayange. Nora Ernst

Fünf Monate nach der Bürgermeisterwahl im lothringischen Hayange herrscht im Rathaus dicke Luft. Wie die Zeitung "Le Républicain Lorrain" berichtet, hat Bürgermeister Fabien Engelmann (34), der der rechtsextremen Partei Front National (FN) angehört, seiner ersten Beigeordneten und Stellvertreterin Marie di Giovanni da Silva ihre Befugnisse entzogen. Als Grund gab er an, da Silva habe Schwierigkeiten, im Team zu arbeiten, und ihre Ansichten seien mit seinen unvereinbar. "Dann muss man eben mit der Faust auf den Tisch hauen", so Engelmann. So etwas geschehe nicht zum ersten Mal, "nur greifen wir beim FN lieber sofort energisch durch, statt in einem schädlichen Klima einfach weiterzumachen". Da Silva hatte bei der Wahl im März auf Platz zwei der FN-Liste kandidiert. Der Stadtrat wird am Mittwoch über Engelmanns Entschluss abstimmen.

Marie di Giovanni da Silva erklärte indes, Engelmann wolle in allen Angelegenheiten allein entscheiden. Seine Wahlversprechen hätten sich in Luft aufgelöst: Statt sich um die wichtigen Dinge der Stadt zu kümmern, eröffne er lieber Tierheime und Taubenschläge.

Kurz zuvor hatte auch die neue Verwaltungschefin der Stadt nach nur drei Monaten Probezeit gekündigt. Deshalb werden nun Bedenken laut, ob Engelmann seinem Amt wirklich gerecht wird. Die Bürgerinitiative "Hayange Plus belle ma ville" (sinngemäß: Für ein schöneres Hayange ) kritisierte, der Bürgermeister schade durch seine Inkompetenz dem Image und der Attraktivität der Stadt. Fabien Engelmann hatte zuletzt im Juli landesweit für Aufsehen gesorgt, weil er eine Skulptur des Bildhauers Alain Mila blau anstreichen ließ - ohne den Künstler zu fragen.