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Praktikumsplätze für die Grenzgänger von morgen gesucht

Praktikumsplätze für die Grenzgänger von morgen gesucht

Es ist nie zu früh, sich im Nachbarland umzuschauen. Das ist das Motto des Verbundes Ausbildung Untere Saar, der Schüler ermutigt, ihr Pflichtpraktikum hinter der Grenze zu machen. Doch dafür brauchen sie Partnerunternehmen.

Seit längerem haben Schüler und Azubis aus Lothringen und dem Saarland die Möglichkeit, Entdeckungspraktika und Ausbildungsabschnitte im Nachbarland zu absolvieren. Doch damit noch mehr unter ihnen diese Chancen bekommen, sucht der Verbund Ausbildung Untere Saar (VAUS) weitere Unternehmen, die Praktikanten annehmen. In Forbach stellte er gestern deshalb interessierten Betrieben und Institutionen die Modalitäten und Abläufe dieser Maßnahmen vor.

Entdeckungspraktika in Unternehmen sind für Jugendliche aus der Unterstufe vorgesehen, damit sie einen Einblick in die Arbeitswelt und in die wirtschaftlichen Zusammenhänge bekommen. In Frankreich sind sie verpflichtend, doch nur wenige Lothringer kommen auf die Idee, diese Zeit im Nachbarland zu verbringen. "Unsere Schüler können sich ihre berufliche Zukunft nur schwer im Ausland - in diesem Fall im Saarland - vorstellen", beschrieb Jean-Claude Mallick, Schulleiter aus Cocheren, die Hemungen. Erklärtes Ziel vom VAUS ist es, die Fachkräfte der Zukunft so früh wie möglich für diese Möglichkeit zu sensibilisieren, damit die Schüler diese Alternative in ihren Berufsplan einbauen. Das kommt auch Unternehmen der Region zugute. "Diese Schüler können die Grenzgänger von morgen werden. Für die Betriebe ist es wichtig, vakante Stellen auch mit Grenzgängern besetzen zu können," sagte Alexandra Schwarz von der Fachstelle für grenzüberschreitende Ausbildung beim VAUS.

Knackpunkt bleibt nach wie vor die Mobilität. "Diese Schüler sind doch minderjährig. Wo werden sie während ihres Praktikums untergebracht?", fragte der Vertreter eines saarländischen Unternehmens. Auch bei diesem Punkt kommen die Neuntklässler dem Grenzgänger-Alltag und seinen Herausforderungen ganz nah. Sie müssen vom Wohn- zum Praktikumsort pendeln. Ohne Führerschein und je nach Wohnort ist es nicht für alle so einfach. So wie für den 14-jährigen Raphaël, der eine Woche bei Globus in Güdingen als Praktikant verbrachte. "Ich weiß, dass wir an der Grenze wohnen, aber allein hätte ich mir nicht getraut, dort anzufragen", berichtete der Junge. Und auch ohne perfekt Deutsch zu können, könne man sich gut aushelfen.

Auch Azubis können Abschnitte ihrer Ausbildung in Deutschland beziehungsweise Frankreich absolvieren. Dabei geht es um längere Praktika bis 22 Wochen in dem gewählten Lehrberuf, die bewertet werden und für den Abschluss erforderlich sind. Die Azubis kommen aus der Industrie, dem Handwerk, dem mittleren Management, der Pflege und dem Handel.

Wer Praktikanten aus Lothringen aufnehmen will oder sich für den Austausch im Ausbildungsbereich interessiert, meldet sich bei Alexandra Schwarz, Tel.

(0 68 31) 7 64 63 41.