Neuer Anlauf zum „Schwarzen Gold“

„Les Enfants du Charbon“, die „Kinder der Kohle“, beginnen bald mit den Proben für ihre großen Freiluft-Aufführungen. Im August zeigen sie auf dem Gelände des Bergbaumuseums in Petite Rosselle ihr Stück zur Bergbaugeschichte in der lothringisch-deutschen Grenzregion.

Noch kurz verschnaufen vor dem Start: Regisseur Laurent Guillaume Dehlinger (vorn in der Mitte, schwarze Jacke) umringt von Darstellern bei der Generalprobe 2014. Foto: Döpke Foto: Döpke

Der Verein "Die Kinder der Kohle" bereitet sich auf die Saison 2015 vor. Im August führt er erneut sein Freiluft-Spektakel "Geules Noires - Schwarzes Gold " auf. Die Termine für die Aufführungen am Bergbaumuseum in Petite Rosselle - mit den historischen Tagesanlagen-Bauten als Kulisse - liegen bereits fest: Gespielt wird am Freitag , 21., und Samstag, 22. August, sowie am Donnerstag, 27., Freitag, 28., und Samstag, 29. August. Los geht es jeweils bei Einbruch der Dunkelheit. Das hat Ludwig Speicher, Vorstandsmitglied des Vereins, jetzt mitgeteilt.

Schon jetzt beginnen die Proben. Zum ersten Treffen laden die Akteure am Donnerstag, 30. April, 18.30 Uhr, ins Foyer Municipal in Petite Rosselle ein. Wie in den Jahren zuvor sucht der Verein noch Freiwillige, die bei dem Projekt mitarbeiten wollen. Schauspielerische Erfahrungen sind nicht nötig, Französisch-Kenntnisse auch nicht: Man versuche, alles zu übersetzen, heißt es in der Vereinsmitteilung. Und für die Darsteller gebe es jeden Donnerstag Übungsstunden unter der Leitung von Profis. Das Stück sieht Sprechrollen vor, aber auch reine Statisten-Rollen. Als Neuerung ist in diesem Jahr ein Chor geplant, der bei den Aufführungen live singt. Interessierte sind eingeladen, einfach beim Treffen vorbeizukommen.

Das Stück, 2013 erstmals auf die Bühne gebracht, hat Laurent Guillaume Dehlinger entworfen und inszeniert. Es erzählt von der Geschichte des Bergbaus im Saarland und in Lothringen - genauer: von den Bergleuten und ihrem Alltag. Dabei steht die erste Nachkriegs-Dekade im Mittelpunkt, als der Kohleabbau auf beiden Seiten der Grenze florierte. Dehlinger erzählt freilich nicht linear, er hat bewusste Zeit- und Stil-Brüche eingebaut. Es gibt eindrucksvolle Groß-Projektionen, Trommel-Einlagen und Feuerwerk. Es gibt Touristen mit einer hilflos bemühten Fremdenführerin, die besichtigen, was vom Bergbau übrig blieb - ihre Slapstick-Auftritte ziehen sich wie ein komischer roter Faden durchs Stück. Und es gibt den Architekten Simon, Sohn einer Bergmannsfamilie, der sich nach der Begegnung mit einer rätselhaften Frau namens Barbara auf die Suche nach seinen Wurzeln macht - und nicht mehr dorthin findet, weil die Schächte geschlossen sind.

Mehr Infos bei Ludwig Speicher, Tel. (0 68 98) 4 21 63, E-Mail: l.speicher@t-online.de