In der Nähe von Straßburg Dieses Reiseziel im Elsass ist ein Geheimtipp für Spargelfans

Hoerdt · Wie schnell wächst Spargel an einem warmen Tag? Wieviele Tonnen Spargel werden im Elsass angebaut? Was hat Spargelanbau im Elsass mit Algerien zu tun? Interessante Fakten über das Kaisergemüse gibt es im Spargelmuseum in Hoerdt.

 Das Spargelmuseum im elsässischen Hoerdt ist ein beliebtes Ziel nicht nur für Gourmets.

Das Spargelmuseum im elsässischen Hoerdt ist ein beliebtes Ziel nicht nur für Gourmets.

Foto: Astrid Dörr

Wer jetzt in Frankreichs Supermärkten Spargel kaufen will, findet an dem Gemüse meistens ein elsässisches Etikett. Insgesamt 1,5 Millionen Tonnen des Gemüses werden im Elsass jährlich von rund 225 Erzeugern angebaut. Rund zwei Drittel des Ertrags kommen aus dem Département Bas-Rhin, das an Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg grenzt. Mit 98 Prozent wird im Elsass vor allem weißer Spargel kultiviert.

Wer mehr über das Gemüse, seinen Anbau und seine Zubereitung erfahren will, sei das Spargelmuseum in Hoerdt empfohlen, das zwischen Hagenau und Straßburg liegt. Das Museum zeichnet anhand von Werkzeugen, Texten, Fotos, Geschirr und Filmen auch nach, wie der Spargel eigentlich nach Hoerdt kam.

Spargelanbau als lokale Tradition und Ereignis für Feinschmecker

Wie aus der Broschüre „Hoerdt - Hauptstadt des Spargels“ von Jean-Pierre Hirlemann hervorgeht, führte den Spargelanbau in Hoerdt ein gewisser Pastor Heyler ein, als er von einer Mission aus Algerien zurückkehrte. Weil der Boden um Hoerdt ebenfalls leicht und sandig war, ermutigte er die Einwohner zum Anbau. Die ersten Versuche waren 1873 erfolgreich. Nach der anfänglichen Kultivierung in Hügeln folgte auch in Hoerdt die bekannte Reihenkultur, die seit den 1980er Jahren mit Plastikplanen abgedeckt wird.

Bei Gourmets wurde das Spargelessen schnell beliebt – und zum Ereignis: 1936 wurde sogar ein Sonderzug aus Straßburg gechartert, damit die Feinschmecker in die gut Dutzend Restaurants des Dorfes, welche die lokale Spezialität anboten, einkehren konnten. Auch das Museum ist in einer ehemaligen Brasserie untergebracht. Heute gibt es keine Sonderzüge zum Spargelessen, wohl aber Busreisen, die reiselustige Gourmets in das elsässische Städtchen bringen, in dem das gesellige Einkehren immer noch gepflegt wird.

Das Spargelmuseum „Musée de l'Asperge“ (12, rue de la Wantzenau, Hoerdt) ist jeden Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An allen anderen Tagen sind Besuche nach Anmeldung möglich (reservation@musee-asperge.fr). Weitere Informationen unter www.musee-asperge.fr

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