Kostenpflichtiger Inhalt: Preiserhöhung : Maut in Lothringen wird teurer

Umliegende Gemeinden ärgern sich über Preiserhöhung an der Zahlstelle St. Avold

In Deutschland scheint sie vom Tisch, in Frankreich wird ihr Preis ab 2020 wieder steigen: die Autobahn-Maut. Das betrifft auch die Menschen, die zwischen Saarbrücken und Metz unterwegs sind und die Zahlstelle St. Avold passieren. Ende September fand ein Treffen zwischen dem Autobahn-Betreiber Sanef, der die Strecken im Nordosten Frankreichs bewirtschaftet, und den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden statt. Dabei wurde eine Preiserhöhung für die Nutzung der Autobahn im Département Moselle thematisiert. Die genaue Höhe ist noch offen.

Laut dem Vertrag zwischen dem französischen Staat und Sanef darf der Betreiber die Gebühren erhöhen, solange die Steigerung maximal 70 Prozent der Inflationsrate beträgt. Viele Bürgermeister und Anwohner im östlichen Département Moselle sehen sich dadurch allerdings benachteiligt. Bereits 2015 hatten sie die Vereinigung SIPIC gegründet, um gegen eine ihrer Ansicht nach überzogene Anzahl von Mautstellen in der Region vorzugehen. Sie organisierten Protestaktionen, bei denen sie etwa Mautschranken öffneten und Autofahrer kostenlos passieren ließen. Ein SIPIC-Mitglieder ist Laurent Kleinhentz, Bürgermeister von Farébersviller. Er betrachtet die Erhöhungspläne von Sanef skeptisch und fordert, die Bürger seiner Gemeinde von der Maut auszunehmen. „Alleine in unserem Gebiet im östlichen Département Moselle befinden sich sechs Mautzahlstellen. Meines Wissens nach ist eine solche Konzentration in ganz Frankreich einmalig“, beklagt Kleinhentz. Ihn und seine Mitstreiter von SIPIC ärgert vor allem, dass die Region bereits seit Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Viele junge Menschen aus der Gegend, die vor Ort keinen Job fänden, seien etwa darauf angewiesen, täglich nach Luxemburg zu pendeln – und würden durch die Maut doppelt bestraft. „Es geht uns nicht darum, Autobahngebühren grundsätzlich in Frage zu stellen. Wir als SIPIC streben die freie Fahrt lediglich für die Anwohner an. Dazu könnte Sanef die Anrainer mit einer speziellen Plakette ausstatten“, so sein Vorschlag.

Während Sanef in den Jahren 2013 bis 2018 den Preis an der Mautstelle in St. Avold nicht erhöhte, folgten anschließend zwei Steigerungen. Die Gebühr beträgt aktuell 4,60 Euro. Um wie viel sie steigen soll, werde bis Ende des Jahres festgelegt, heißt es. Der neue Preis gilt dann ab Februar 2020.

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