Kosten-Explosion beim Atommüllendlager Bure

Der Bau und der Betrieb des geplanten Atommüllendlagers im lothringischen Bure (circa 120 Kilometer von der saarländischen Landesgrenze) könnten doppelt so teuer werden wie ursprünglich kalkuliert.

Das geht aus einem Bericht der französischen Atommüllbehörde Andra hervor, welche die Gesamtkosten nun auf 32,8 statt bisher 16,5 Milliarden Euro beziffert. Untergliedert sind diese Kosten in 19,8 Milliarden Investition in die Errichtung der Anlage, 8,8 Milliarden Euro für die Betriebskosten für den Betrieb der Anlage bis 2144 sowie 4,4 Milliarden Euro Steuern.

Die drei Betreiber EDF, CEA und Areva zweifeln die Kalkulation der Atommüllbehörde an, die "Optimierungsmöglichkeiten" nicht berücksichtigt habe. Das schreiben sie in einem offenen Brief an das französische Umweltministerium. Die Betreiber schätzen die Gesamtkosten auf 20 Milliarden Euro . Details zu den technischen Optimierungsmöglichkeiten haben sie dennoch nicht öffentlich gemacht.

Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN hingegen befürchtet, dass die Kosten weiter nach oben korrigiert werden. In einem Bericht von Februar 2015, der erst gestern für die Öffentlichkeit zugänglich wurde, werden manche Voraussetzungen der Andra für die Kalkulation als "optimistisch" gewertet.