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Erneuter Zwischenfall im Atomkraftwerk Cattenom

Erneuter Zwischenfall im Atomkraftwerk Cattenom

Im lothringischen Atomkraftwerk (AKW) Cattenom nahe der saarländischen Grenze ist gestern ein interner Notfallplan in Kraft getreten. Grund war ein Ventil, das im Sekundärkreislauf des AKW offen stand.

"Es handelt sich dabei nicht um ein menschliches Versehen, sondern um einen technischen Defekt", sagte AKW-Pressesprecher Jean-Cyr Darby der SZ. Der Betreiber EDF teilte mit, es sei bei dem Vorfall keine Radioaktivität ausgetreten, der Bereich des Sekundärkreislaufes selbst sei nicht radioaktiv. Als Vorsichtsmaßnahme sei laut Darby jedoch der interne Notfallplan ausgelöst worden, bei dem der Arbeitsbereich im Sekundärkreislauf kurzzeitig evakuiert, das Bereitschaftspersonal mobilisiert und der Teilabschnitt im Reaktor 1 isoliert worden sei. Dieser Vorfall habe keine Auswirkungen auf die Strom-Produktion des AKW gehabt. Reaktor 1 sei am Ende einer Wartungsphase und damit noch vom Stromkreis abgekoppelt. Die französische Behörde für nukleare Sicherheit ASN stufte das Ereignis auf der internationalen Skala für Atomunfälle auf der Stufe 1 ein. Die Skala reicht bis Stufe 7.

Auf saarländischer Seite äußerte man sich besorgt und verärgert über den Vorfall. "Der Betrieb des Pannenmeilers ist aus meiner Sicht eine Zumutung, und das werde ich immer wieder und an jeder Stelle deutlich machen", sagte Umweltminister Reinhold Jost (SPD ). Die nächste Gelegenheit dazu besteht im Juni bei den deutsch-französischen Konsultationen zur Reaktorsicherheit in Cherbourg. Das Ministerium werde dort mit einem Mitarbeiter vertreten sein, der die Panne ansprechen werde, hieß es.