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Ausbau des Nahverkehrs zwischen Frankreich und Saarland geplant

Mehr als 50 grenzüberschreitende Verbindungen : Nahverkehr zwischen Frankreich und Deutschland soll ausgebaut werden

Derzeit gibt es mehr als 50 Zugverbindungen zwischen dem Saarland und Frankreich. Beim Treffen von Politikern aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg in Frankenthal wurden weitere Ausbaumaßnahmen beschlossen.

Zwischen dem Saarland und Frankreich gibt es werktags derzeit mehr als 50 Zugverbindungen. Am häufigsten ist mit 33 Verbindungen (je eine Richtung) die Saarbahn zwischen Saarbrücken und Sarreguemines unterwegs, teilte die saarländische Landesregierung auf eine Anfrage des rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten Arnold Schmitt (CDU) mit. Zwischen Saarbrücken und Forbach fahren die Deutsche Bahn und die französische Bahn SNCF 18 Mal am Tag, zwischen Saarbrücken und Straßburg zwei Mal. Die Strecke von Perl nach Thionville wird nur am Wochenende durchgehend bedient.

Die meisten Fahrgäste werden demnach in den Zügen zwischen Saarbrücken und Forbach gezählt: In 2018 waren dies rund 204 500. Zwischen Rilchingen-Hanweiler und Saargemünd saßen in der Saarbahn knapp 167 000 Fahrgäste.

Neben den Zugverbindungen gibt es an Werktagen noch rund 20 Angebote von Bussen zwischen Saarbrücken und Hombourg-Haut und Forbach. Zudem fahren zwischen Städten im Saarland und in Luxemburg von Montag bis Freitag je knapp 40 Busse am Tag.

Bis Dezember 2024 wollen Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, das Saarland und die französische Region Grand Est ein gemeinsames grenzüberschreitendes Nahverkehrsangebot starten. Das teilten Vertreter der beteiligten Seiten am Freitag nach Gesprächen in Frankenstein (Kreis Kaiserslautern) mit. Die Grundverträge für die Strecken sind demzufolge bereits unterzeichnet. Auch die gemeinsamen Vorbereitungen etwa für das Fahrplan- und Tarifkonzept schreiten voran. Als wichtig gilt zudem, nötige Sicherheitstechnik in rund 30 Fahrzeuge einzubauen. Hier setzen die Partner auch auf Geld der EU.

„Auf unserem Weg zur deutlichen Verbesserung des Schienenpersonennahverkehr zwischen Deutschland und Frankreich sind wir ein großes Stück weitergekommen“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach dem Treffen. Ähnlich formulierte es die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD). „Die Schienenverbindung bietet Arbeitnehmern, die grenzüberschreitend pendeln, ein umweltfreundliches Mobilitätsangebot, das die Verkehrssituation und die Umwelt vor Ort deutlich entlasten werden“, betonte sie in Frankenstein.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) aus Baden-Württemberg sprach ebenfalls von einer „umwelt- und klimafreundliche Alternative“. Die Kooperation sei von großer Bedeutung für einen guten grenzüberschreitenden Nahverkehr auf der Schiene, sagte er.