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Asiatische Tigermücke​: Neue Dengue-Fälle in Frankreich gemeldet​

Asiatische Tigermücke : 57 neue Dengue-Fälle in Frankreich gemeldet

Die Gesundheitsbehörde hat einen weiteren Anstieg der Dengue-Fälle in Frankreich gemeldet. Die Tigermücke ist ein Überträger der Dengue-Fieber-, Chikungunya- und Zika-Viren. Sie gilt laut Experten als „eines der gefährlichsten Tiere der Welt“.

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Die französische Gesundheitsbehörde „Santé Publique France“ hat einen weiteren Anstieg der Dengue-Fälle in Frankreich gemeldet. „Alleine zwischen Mitte Juni und dem 27. September wurden 57 Fälle gemeldet“, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit.

Dengue-Fieber ist eine Infektion, die normalerweise in tropischen und subtropischen Klimazonen vorkommt. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die zuletzt auch mehrfach in der Großregion rund um das Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Lothringen und Wallonien nachgewiesen worden ist, ist ein Überträger der Dengue-Fieber-, Chikungunya- und Zika-Viren.

Dengue-Fälle: Diese Regionen in Frankreich sind betroffen

Für jeden der identifizierten Fälle oder Ausbrüche wurden oder werden laut der „Santé Publique France“ epidemiologische Untersuchungen durchgeführt, um mögliche weitere Fälle zu identifizieren und das Übertragungsgebiet genau zu definieren. Die Angehörigen der Gesundheitsberufe in den betroffenen Gebieten wurden für die Diagnose und Meldung möglicher weiterer Dengue-Fälle sensibilisiert. Die folgenden Regionen in Frankreich sind betroffen:

  • Pyrénées Orientales, in Perpignan: ein autochthoner Fall von Dengue-Fieber, dessen Symptome Mitte Juni begonnen hatten. Seitdem wurden keine weiteren Fälle festgestellt, sodass diese Episode abgeschlossen ist.
  • Hautes Pyrénées: Es gab es einen Ausbruch mit 4 Fällen in den Gemeinden Andrest (3 Fälle) und Rabastens (1 Fall), deren Symptome zwischen Mitte Juli und Ende August begonnen hatten.
  • Haute-Garonne in La Salvetat saint Gilles: ein Ausbruch von 4 Dengue-Fällen in einem Haushalt, deren Symptome in der letzten Augusthälfte begannen.
  • Tarn et Garonne: 1 Fall, der sich wahrscheinlich während eines Aufenthalts in Montauban Ende August infiziert hat.
  • Departement Var, in Fayence: ein Ausbruch von 7 Dengue-Fällen, deren Symptome zwischen Ende Juni und Ende Juli begannen. Diese Episode ist abgeschlossen.
  • Alpes Maritimes: Es gab es einen Ausbruch mit 32 Fällen, die am 26. September in den angrenzenden Gemeinden Saint Jeannet (20 Fälle), Gattières (11 Fälle) und La Gaude (1 Fall) registriert wurden. Die Symptome begannen zwischen Anfang August und Mitte September. Dieser Ausbruch ist noch nicht abgeschlossen und es ist wahrscheinlich, dass weitere Fälle identifiziert werden.
  • Saint Laurent du Var: Ein Ausbruch mit 8 Fällen, die am 26. September in der Gemeinde Saint Laurent du Var registriert wurden. Die Symptome begannen zwischen Mitte August und Mitte September. Dieser Ausbruch ist noch im Gange und es ist wahrscheinlich, dass weitere Fälle identifiziert werden.

Tigermücke breitet sich auch in der Großregion aus

Die Asiatische Tigermücke breitet sich mit dem Klimawandel unaufhaltsam nach Norden aus. Die schwarz-weiß gestreifte Mückenart wurde in Deutschland erstmals 2007 in Baden-Württemberg nachgewiesen.

In Rheinland-Pfalz wurde sie 2019 zum ersten Mal entdeckt und ist seitdem in der Pfalz etabliert. Sie wurde auch schon in Hessen und in Berlin nachgewiesen. Im September 2022 ist die Tigermücke zudem erstmals in Luxemburg aufgetaucht.

Warum ist die Tigermücke so gefährlich?

Die Tigermücke gilt als besonders gefährlich, weil sie mehr als zwanzig Krankheitserreger übertragen kann - darunter das Dengue-, West-Nil- und Gelbfieber-Virus sowie das Zika-Virus. Das macht die Tigermücke laut Experten zu einem der gefährlichsten Tiere der Welt. Sie überträgt auch das „Chikungunya“-Virus, das hohes Fieber und schwerste Gelenkschmerzen verursachen kann.

„In Südeuropaa sind in den vergangenen Jahren wiederholt Krankheitsfälle und auch -ausbrüche von Dengue- (Frankreich, Kroatien) und Chikungunya-Fieber (Italien, Frankreich, Spanien) aufgetreten, bei denen es sich um vor Ort erworbene Infektionen handelte und bei denen die Tigermücke als Überträger diente“, erklärt das Umweltbundesamt. Das Risiko der Krankheitsübertragung gilt aktuell in Deutschland noch als gering. Wegen des Klimawandels ist die Tigermücke allerdings zunehmend auch in Mitteleuropa anzutreffen. Auch im süddeutschen Raum existieren bereits mehrere Populationen der Asiatischen Tigermücke.

Tropeninstitut warnt vor weiteren Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Übertragungen

Auch das Tropeninstitut mit Sitz in Hamburg berichtet über den weiteren Anstieg der Dengue-Fälle in Südfrankreich. „Die Verbreitung der Mücke Aedes albopictus könnte in den kommenden Wochen weitere Fälle von Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Übertragungen auslösen“, warnt das Tropeninstitut.