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Feldkrankenhaus für Corona-Patienten in Luxemburg

Feldkrankenhaus wird eingerichtet : Starker Anstieg der Fälle: Luxemburg rüstet für die Corona-Krise auf

Feldkrankenhaus wird eingerichtet - 2000 Zimmer stehen für Pflege-Grenzgänger zur Verfügung.

Ähnlich wie im Elsass, wo die französische Armee ein Lazarett bei Mülhausen errichtet, um die Intensivstation des dortigen Krankenhauses zu entlasten, plant auch Luxemburg ein Feldkrankenhaus. Das teilte Premier Xavier Bettel heute mit. Es soll in der Hauptstadt schwierige Fälle aufnehmen können. Denn auch im Großherzogtum deutet alles auf eine schnelle Verbreitung des Coronavirus hin. Am heutigen Freitag (20.03) sind dort bereits fünf Menschen nachweislich an den Folgen der Erkrankung gestorben. Ein sechster Sterbefall wird gerade untersucht, um herauszufinden, ob der Patient ebenso an Corona infiziert war. Die Testergebnisse werden morgen im Laufe des Tages bekannt gegeben, kündigte Bettel an. Zurzeit sind im Großherzogtum 484 Personen positiv getestet worden. 16 müssen im Krankenhaus stationär behandelt werden, drei von ihnen auf der Intensivstation. Bei 12 weiteren Patienten, die sich zurzeit in den Kliniken befinden, gibt es einen Verdacht auf eine Corona-Erkrankung. Ihre Testergebnisse stehen aber noch aus.

Auch nach Bettels Ankündigung die Zahl der Betten durch ein Feldkrankenhaus aufzustocken, bleibt die Frage nach dem medizinischen Personal. Mit einem hohen Anteil an Pendlern aus Deutschland, Frankreich und Belgien ist dieser Bereich besonders stark von den Einschränkungen an den Grenzen betroffen. Mit der Sorge, dass die Grenzgänger vielleicht bald nicht mehr in der Lage wären, ihren Arbeitsplatz zu erreichen, aber auch um ihnen lange Wege vor und nach dem Dienst zu ersparen, hatte die luxemburgische Regierung am Montag angekündigt, Pendlern und ihren Familien eine Unterkunft nahe den Krankenhäusern anzubieten. Daraufhin haben sich bereits zahlreiche Hotels, aber auch Privatpersonen gemeldet. Rund 2000 Zimmer seien zur Verfügung gestellt worden, sagte Bettel in der Pressekonferenz. 150 Grenzgänger aus dem Gesundheitsbereich haben bereits signalisiert, dass sie an einer Unterkunft in Luxemburg interessiert sind.

In Luxemburg herrschen durch den Notstand strenge Bedingungen. Menschen dürfen nur aus wenigen Gründen aus dem Haus, wie zum Beispiel zum Arbeiten oder Einkaufen. Spaziergänge sind noch erlaubt und anders als in Frankreich sind keine schriftlichen Bescheinigungen zum Ausgehen notwendig. Cafés und Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen, sind geschlossen. Betriebe, die sich nicht daran halten, müssen eine hohe Geldstrafe von 4000 Euro bezahlen