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Entscheidung von Ford gegen Saarlouis ist „Farce“

Saar-Regierung : Entscheidung von Ford gegen Saarlouis ist „Farce“

Die saarländische Landesregierung hat die Entscheidung des US-Autobauers Ford gegen den Standort Saarlouis als „Farce“ bezeichnet. „Der Konzern hat sich für das wirtschaftlich schlechtere Angebot entschieden“, teilten Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Wirtschaftsminister Jürgen Barke (beide SPD) am Mittwoch mit.

„Nach allem, was wir wissen, können wir selbstbewusst sagen: Der Standort Saarlouis liegt unter dem Strich deutlich vorn. So drängt sich der Eindruck auf: Das Verfahren war nie fair.“

Ford hatte am Mittwoch bekanntgegeben, sich für das spanische Valencia als Standort für die Produktion von Elektroautos - und nicht für Saarlouis - entschieden zu haben. „Ford hat mit diesem Bieterwettbewerb die Belegschaften gegeneinander ausgespielt, um die Zitrone noch etwas mehr auszupressen. Das ist schäbig“, erklärten Rehlinger und Barke.

Die Landesregierung werde aber trotzdem für die Arbeitsplätze kämpfen: „Die Beschäftigten am Standort Saarlouis trifft keine Schuld.“ Ford habe „die Zukunft verschlafen“. Wichtigste Botschaft für die Beschäftigten sei: „Keinem passiert etwas bis 2025.“ Bis dahin wird am Standort Saarlouis noch der Focus gebaut. Ford stehe aber auch nach 2025 „in der Verantwortung seiner jahrzehntelangen saarländischen Geschichte“, sagten Rehlinger und Barke.

© dpa-infocom, dpa:220622-99-757528/2

(dpa)