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EdF investiert 200 Millionen Euro in Kernkraftwerk Cattenom

Grenznahes Atomkraftwerk : EdF investiert 200 Millionen Euro ins Atomkraftwerk Cattenom

Im grenznahen lothringischen Kernkraftwerk wird Block 3 zurzeit generalüberholt. Dadurch erhöht sich die Sicherheit der Anlage, doch es hat auch weitere Konsequenzen.

Alle zehn Jahre steht die große Prüfung an. Läuft alles gut, heißt es am Ende: grünes Licht für weitere zehn Jahre. Der aktuelle Prüfling ist tonnenschwer und steht unweit der saarländischen Grenze. Der Block 3 im lothringischen Atomkraftwerk Cattenom (Start 1986) wird zurzeit generell überholt. Einige Details zu dieser Baustelle der Superlative teilte die Werk-Leitung am Dienstag mit. Rund 3000 Mitarbeiter sind daran beteiligt, insgesamt investiert Betreiber EdF 200 Millionen Euro in den drittältesten Reaktor Cattenoms.

Bei dieser Wartung, die mehrere Monate dauert, werden einige wichtige Komponenten ausgetauscht, wie zum Beispiel die zwei Masten des Leistungstransformators. Dieser ist dafür zuständig, die Stromspannung von 20 auf 400 Kilovolt umzuwandeln, damit der Strom leichter durch die Höchstspannungsleitungen befördert werden kann. Jeder dieser Masten wiegt um die 270 Tonnen. Außerdem wird während der Zwangspause ein Drittel der Brennstäbe im Block 3 erneuert.

Wichtigste Teile der Prüfung, die von der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN abgenommen wird, sind die Tests am Reaktordruckbehälter und am Reaktorgebäude aus Beton, denn beide sind nicht austauschbar. Letzteres wird dabei 24 Stunden lang künstlich einem Druck von 4,2 Bar ausgesetzt. Damit wird die Dichtheit des Gebäudes geprüft. 

Durch diese aufwändigen Wartungsarbeiten steige die Sicherheit der Nuklearanlage, hieß es. Dadurch verlängere sich aber auch ihre Laufzeit. Ursprünglich wurden die französischen AKW mit einer Laufzeit von 40 Jahren geplant. Doch vor ein paar Wochen hat die ASN wie erwartet den Weg für die Verlängerung der möglichen Laufzeit der Meiler von 40 auf 50 Jahre freigemacht. 2020 wurden nach EdF-Angaben am lothringischen Standort 31,18 Milliarden KWh produziert. Das entspricht 70 Prozent des Stromkonsums in der Region Grand Est.