Drogenscanner künftig für alle Gefängnisse

Drogenscanner künftig für alle Gefängnisse

Der Einsatz von Drogenscannern wird auf alle Gefängnisse in Rheinland-Pfalz ausgeweitet. Gegen Erstattung der Kosten sollen künftig auch verdächtige Proben aus dem Justizvollzug im Saarland getestet werden.

Das geht aus einer Antwort des rheinland-pfälzischen Justizministers Herbert Mertin auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Thomas Roth (beide FDP) hervor.

Rheinland-Pfalz hatte im Oktober 2018 den nach eigenen Angaben bundesweit ersten Drogenscanner in einer Justizvollzugsanstalt eingesetzt - im Wittlich, dem größten Gefängnis des Landes. Asservate der Gefängnisse in Diez und Zweibrücken werden seit November vergangenen Jahres bereits in Wittlich untersucht.

Zehn Fälle wurden den Angaben zufolge bislang in der Justizvollzugsanstalt Wittlich mit Hilfe des Detektors aufgedeckt und vom Landeskriminalamt bestätigt. Dabei sei es jeweils um mehrere Asservate gegangen. Ziel des Projekts ist die Bekämpfung des Drogenkonsums im Justizvollzug. Dabei können vor allem neue Designerdrogen aufgespürt werden, die in flüssiger Form auf etwa auf Briefe, Bücherseiten oder Tabak geträufelt und in die Gefängnisse geschmuggelt werden.

Insbesondere sogenannte neue psychoaktive Stoffe (NpS) und klassische Betäubungsmittel können mit den Scannern entdeckt werden. „Gerade NpS spielen im Alltag des Justizvollzugs mittlerweile eine große Rolle, da sie mit den gängigen Urinschnelltestes in der Regel nicht nachweisbar sind“, heißt es in der Antwort von Mertin weiter.

Derzeit sind zwei Geräte im Einsatz, für die im Monat zusammen rund 1179 Euro Miete bezahlt wird. Instandhaltung und Wartung sind dabei inklusive.

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