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Corona-Virus mit Folgen für Grenzgänger nach Luxemburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Folgen für Grenzgänger : Corona setzt Luxemburg unter Druck

Regierung beschließt keine Grenzschließung für ausländische Pendler. Viele Unternehmen beantragen Kurzarbeit.

Kaum ein Land ist von den Grenzgängern so abhängig wie Luxemburg. Fast die Hälfte der Beschäftigten dort kommen aus den Nachbarländern Frankreich, Deutschland und Belgien. Und so stellt die Ausbreitung des Corona-Virus in diesen Gebieten auch die luxemburgische Wirtschaft vor die nächste Herausforderung. Im Großherzogtum sind bisher 26 Menschen am Corona-Virus erkrankt. Mindestens 93 Personen befinden sich in Quarantäne. Die Regierung erwartet aber in den kommenden Tagen einen weiteren Anstieg an positiven Fällen. Es werden hunderte Tests täglich durchgeführt.

Eine Schließung der Grenze für ausländische Pendler kommt aber für Wirtschaftsminister Franz Fayot nicht infrage. Einzelne Unternehmen haben dennoch ihre Mitarbeiter aus Frankreich gebeten, erst mal zu Hause zu bleiben. Außerdem stellen immer mehr kleine und mittlere Unternehmen Anträge auf Kurzarbeit. Betroffen sind laut Minister Fayot vor allem das Hotelgewerbe, die Industrie, der Tourismus- und Event-Bereich sowie die Verkehrsbetriebe.

In der vergangenen Woche seien 50 Anträge bei der zuständigen Behörde gestellt worden. Bis zum 22. März können weitere Anträge gestellt werden, über die kurzfristig entschieden wird. Die Regierung hat den betroffenen Betrieben staatliche Hilfen und Vorschusszahlungen bis zu 200 000 Euro in Aussicht gestellt. Spitze sich die Lage zu, könnten auch Kredite bis zu 500 000 Euro in Erwägung gezogen werden. Diese Hilfen hätten sich laut dem Wirtschaftsminister bereits während der Finanzkrise 2008 bewährt. Das Statistikamt Statec hat jetzt bereits angekündigt, dass die Wachstumsprognose des Landes für das Jahr 2020 nach unten korrigiert werden müsse.

Grenzgänger aus dem Saarland, die vom hiesigen Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt werden, erhalten ein ärztliches Attest über die Arbeitsunfähigkeit. Dieses wird auch von den luxemburgischen Krankenkassen und Arbeitgebern akzeptiert. „Diese gewährt den gleichen Schutz, zum Beispiel auch vor einer Entlassung, wie die von der zuständigen luxemburgischen Behörde ausgestellte Bescheinigung“, teilt die luxemburgische Regierung mit.

Je nach Unternehmen und Tätigkeit ist auch Heimarbeit möglich. Auf der Grundlage der gesetzlichen Verpflichtung des Arbeitgebers, die Sicherheit der Arbeitnehmer in allen arbeitsbezogenen Bereichen zu gewährleisten, wird Arbeiten von daheim als Präventivmaßnahme von der Regierung sogar ausdrücklich empfohlen. Gesunde Pendler, die aus Angst, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, zu Hause arbeiten möchten, können das beantragen. Allerdings ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, dem Antrag stattzugeben, so die Regierung. Merkt ein Grenzgänger im Laufe seines Arbeitstages, dass er erkrankt und typische Symptome wie Husten und Fieber aufweist, muss er sich sowohl an die luxemburgische Gesundheitsbehörde (Hotline 8002 8080) als auch an die zuständige Behörde seines Wohnsitzlandes wenden. In Deutschland ist das die zentrale Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117.

Darüber hinaus wurden von der Regierung mehrere Maßnahmen getroffen, um eine weitere Verbreitung des Virus in Luxemburg einzudämmen. Veranstaltungen schon ab 100 Teilnehmern sind bis auf weiteres verboten.

Alle wichtige Informationen für die Grenzgänger nach Luxemburg im Internet zusammengefasst: https://meco.gouvernement.lu/de/dossiers/2020/coronoavirus-entreprises.html