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Corona-Virus löst in Lothringen keine Panik aus

Coronavirus : Keine Coronavirus-Panik in Grand Est

Nachdem drei Fälle des in China ausgebrochenen Coronavirus’ auch in Frankreich bestätigt worden waren, waren zuletzt in vielen Pariser Apotheken Atemschutzmasken binnen Stunden ausverkauft. Auch in anderen Großstädten wie in Lyon und in Straßburg gab es eine erhöhte Nachfrage.

Einen ähnlichen Andrang können die Apotheker in Lothringen bislang nicht feststellen. Seit der Sars-Epidemie 2003 gehören Atemschutzmasken zwar zu den Produkten, die fast jeder Pharmazeut auf Lager hat. Laut der Apothekenkammer in der Region Grand Est ist es in den vergangenen Tagen dennoch zu keinem Ansturm auf die Masken gekommen. Verkaufsschlager seien momentan die Wasser-Alkohol-Lösungen zur Desinfektion, da habe aber mehr mit der Magen-Darm-Epidemie zu tun als mit der Angst vor dem Corona-Virus.

„In Paris ist der Flughafen ein internationales Drehkreuz, außerdem sind dort viele chinesische Touristen unterwegs, was bei uns nicht der Fall ist“, erklärt auf Anfrage René Paulus, Vorsitzender der Apothekenkammer im Grand Est. „In Lothringen herrscht bisher wegen des Corona-Virus’ keine panische Stimmung“, so Paulus. Das könnte sich natürlich ändern, falls irgendwann ein Fall in der Region diagnostiziert werden sollte. Er selbst betreibt eine Apotheke in der Nähe von Nancy und hatte bisher eine einzige Kundin, die sich mit Masken eingedeckt hat. „Sie hat gleich 50 Stück gekauft, aber nicht um sie hier zu nutzen. Sie kommt selbst aus China und sie wollte diese Masken an ihre Verwandten dort schicken“, so der Apotheker.

Wer dennoch eine Maske sucht und in seiner Stammapotheke nicht fündig wird, kann laut Paulus in den Baumarkt fahren. Die dort verkauften Staubschutzmasken können auch gegen Sekretionen schützen, zum Beispiel wenn jemand hustet. „Diese Masken dürfen aber maximal fünf Stunden am Tag getragen werden“, sagt Paulus.