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Corona: Macron schickt Armee mit Feldlazarett in Elsass

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Epidemie in Grand Est : Frankreichs Armee errichtet Feldkrankenhaus im Elsass

Frankreichs Präsident Macron mobilisiert die französische Armee. Soldaten sollen im Elsass, der vom Coronavirus stark betroffenen Gegend ein Feldkrankenhaus errichten.

Bei seiner Ansprache im französischen Fernsehen hat Präsident Macron am Montag (16.) nicht nur eine landesweit geltende Ausgangssperre verhängt. Er hat auch schnelle Hilfe für das Elsass angekündigt. In den nächsten Tagen will er dort ein Feldkrankenhaus errichtet lassen, um die überfüllten Kliniken zu entlasten.

Französische Medien berichten, dass dieses über 30 Intensivbetten verfügen soll. Die Zahl der Betten kann aber aufgestockt werden, wenn die Situation kritischer wird. Standort könnte der Flugplatz Entzheim bei Straßburg oder Mülhausen sein. Die Stadt nahe der Grenze zu Baden-Württemberg ist die am meisten vom Virus befallene Gegend Frankreichs. Dort sind laut Präfektin Josiane Chevalier die Intensivstation überlastet.

Ebenso will Präsident Macron die französische Armee für Krankentransport einsetzen, um Patienten unten den Regionen besser zu verteilen. Dieser Schritt wurde von Jean Rottner, dem Präsidenten der Region Grand Est begrüßt. Rottner war selbst jahrelang Arzt auf der Intensivstation im Mühlhausener Krankenhaus. Am Wochenende hatte er in einem Fernsehinterview gewarnt, dass das Coronavirus nicht ausschließlich ältere Menschen bedrohen und über Fälle von jungen Patienten berichtet, die in Mülhausen beamtet werden müssen. Im Anschluss an Macrons Ansprache gestern Abend gab er im Fernsehsender France 2 nochmal ein Interview zum aktuellen Stand. „Seit Ende letzter Woche merken wir eine Steigerung mit zusätzlichen Sterbefällen und mehr Beatmungspatienten, die wir zu anderen Krankenhäusern verlegen müssen“, sagte er. Einziger Hoffnungsschimmer in dieser düsteren Lage: „45 Menschen sind geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden.“

Das Feldkrankenhaus könnte bei Mülhausen errichtet werden. Foto: dpa/Jean-Francois Badias

Alle Kliniken der Region Grand Est versuchen, ihr Personal aufzustocken. Alle Ärzte, Krankenschwester und Pfleger, die seit weniger als fünf Jahren in Ruhestand sind, werden aufgerufen, sich auf freiwilliger Basis bei den örtlichen Krankenhäusern zu melden, um Unterstützung zu leisten.