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Chef der Gesundheitsbehörde ARS gekündigt

Regionale Gesundheitsbehörde : Macron feuert Chef der Gesundheitbehörde in Grand Est

Ein umstrittenes Interview, in dem er mitten in der Corona-Krise einen Sparplan für das Krankenhaus in Nancy verteidigte, hat ARS-Chef Christophe Lannelongue den Job gekostet.

Zugegebenermaßen war der Zeitpunkt sehr ungünstig. In den vergangenen Wochen standen die Kliniken und Krankenhäuser der Grenzregion Grand Est wegen der Corona-Krise unter extremer Belastung. Und auch wenn der Höhepunkt der Epidemie scheinbar erreicht wurde, sind die Teams am Ende ihrer Kräfte angelangt. Die Sterbefälle steigen noch und weil viele Pfleger und Ärzte mittlerweile selbst am Coronavirus erkrankt sind, sind viele Kliniken nach wie vor auf die Unterstützung von Fachkräften aus anderen Regionen angewiesen. In diesem Kontext haben die Worte von Christophe Lannelongue, Leiter der regionalen Gesundheitsbehörde ARS, bei Mitarbeitern, aber auch parteiübergreifend in der Politik für Empörung gesorgt. In einem Interview mit der Tageszeitung L’Est Républicain hatte Lannelongue Kürzungen für das Krankenhaus in Nancy verteidigt. Diese seien bereits im Januar genehmigt worden und werden in den kommenden Monaten umgesetzt, hatte Lannelongue beteuert. Es geht darum, mehrere Standorte rund um Nancy zu fusionieren. Durch diese Zusammenlegung wären innerhalb der nächsten fünf Jahren im Krankenhaus CHRU in Nancy 598 Stellen und 179 Betten gestrichen worden.

Dabei hatten sowohl Frankreichs Präsident Macron als auch Premier Philippe in den vergangenen Tagen immer wieder beteuert, wie wichtig der Erhalt des öffentlichen Gesundheitssystems sei und dass der Staat im Gegenteil öffentliche Krankenhäuser verstärkt unterstützen wolle.

In der Region Grand Est wird diese Entwicklung von der ARS begleitet, aber nicht mehr unter Leitung von Christophe Lannelongue. Nach der Polemik um seine Verteidigung des Sparplans wurde er von seinen Aufgaben entbunden. Das entschied der Ministerrat in Paris am heutigen Mittwoch.