Bischof Ackermann verteidigt geplante Bistumsreform und schreibt Papst

Brief an Papst Franziskus : Trierer Bischof verteidigt geplante Bistumsreform

In einer Stellungnahme an den Vatikan verteidigt der Trierer Bischof Stephan Ackermann die von ihm geplante Pfarreienreform und Einrichtung von 35 XXL-Pfarreien. Die römische Kleruskongregation hatte im November die Umsetzung der Reform gestoppt.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat die vom Vatikan auf Eis gelegte Reform der Pfarreienlandschaft in seinem Bistum verteidigt. Die Reform sei „der Versuch, auf die Herausforderungen der Zeit zu antworten“, sagte er in einem Interview der Trierer Bistums-Wochenzeitung „Paulinus“. Es gehe „nicht bloß um eine Reform von Strukturen. Wir wollen eine Kirche, die stärker missionarisch und diakonisch ausgerichtet ist“. Dies habe er auch in den erbetenen Stellungnahmen an Rom geschrieben, sagte der Bischof. Die Auflösung der bisherigen Pfarrstrukturen werde „nicht zu einer Anonymisierung der kirchlichen Lebenszusammenhänge und damit zu den gefürchteten „XXL-Pfarreien“ führen. Die römische Kleruskongregation im Vatikan hatte das Gesetz zur Umsetzung von Reformen im Bistum Trier Ende November zur Überprüfung ausgesetzt. Damit konnten die ursprünglich zum 1. Januar 2020 geplanten ersten 15 von insgesamt 35 neuen Großpfarreien im Bistum nicht errichtet werden.

Das Reformpaket hatte eine 280-köpfige Synode 2016 beschlossen. Kritiker befürchten mit der Auflösung von insgesamt 887 kleinen Pfarreien in derzeit 172 Pfarreiengemeinschaften einen Rückzug der Kirche vor Ort. Unter anderem diese Kritik war nach Rom getragen worden und hatte die Aussetzung mit ausgelöst. „Für mich ist das Seelenheil mehr als die Zufriedenheit der Mitglieder kirchlicher Gremien mit dem pfarrlichen Leben“, sagte der Bischof. Er sei nicht nur den Mitgliedern der Kerngemeinde, sondern auch den „treuen Kirchenfernen“ verpflichtet. Auch „die noch stärker Distanzierten“ dürften nicht vergessen werden. Eine kleiner werdende Zahl von Aktiven versuche, die pfarrlichen Aktivitäten und Traditionen aufrechtzuerhalten. Für innovative Projekte fehlten aber oft Zeit und Kraft. „Die aktiven Gemeindemitglieder stehen in der Gefahr, zunehmend zu einer geschlossenen Gruppe zu werden.“

Der Trierer Bischof sagte, seit der Aussetzung der Reformen stehe er im Kontakt mit dem Vatikan in Rom. „Insgesamt kann ich bislang von einem unkomplizierten und guten Austausch sprechen“, erklärte er. Einen neuen Zeitplan für die Reform gebe es noch nicht. Das Bistum Trier zählt 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

www.bistum-trier.de

(dpa)