Bauern planen Traktoren-Demo: Einwand der Wasserwirtschaft

Bauern planen Traktoren-Demo: Einwand der Wasserwirtschaft

Bauern wollen wieder mit zahlreichen Traktoren gegen geplante Verschärfungen etwa bei der Düngeverordnung protestieren. Wasserversorger sind allerdings der Ansicht: Bauern müssen mehr tun.

Mit einer Traktorenkette wollen Bauern in Rheinland-Pfalz erneut gegen schwierige Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft protestieren. Erwartet würden an diesem Freitag (17. Januar) zwischen 1000 und 2000 Fahrzeuge, teilweise auch aus Hessen, teilte die Organisation „Land schafft Verbindung“ (LsV) am Mittwoch mit. Die Aktion mit Start in Mainz-Lerchenberg stehe unter dem Motto „Wer mit dem Rücken zur Wand steht, kann nur nach vorne“. Der Protest soll Teil von bundesweiten Demonstrationen sein, die Hauptveranstaltung sei in Berlin geplant. Die rheinland-pfälzische Wasserwirtschaft reagierte enttäuscht. Bauern seien Hauptverursacher von Nitrateinträgen in die Gewässer, hieß es.

Die Traktorenkette soll von Mainz über Wörrstadt nach Alzey und von dort aus Richtung Bockenheim in der Pfalz in beide Richtungen unterwegs sein. Die einfache Strecke betrage mehr als 50 Kilometer. Mit ihrer Demonstration kritisiert LsV, dass die Düngeverordnung nach nur zwei Jahren noch einmal verschärft werden soll.

Der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz (LDEW) erklärte, sein Verständnis für die Bauernproteste schwinde. „Enttäuscht müssen wir feststellen, dass auch jetzt wieder protestiert und die Rolle der Landwirtschaft als Hauptverursacher von Nitrateinträgen in die Gewässer entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse weiterhin negiert wird“, teilte Geschäftsführer Horst Meierhofer mit. „Da fehlen mir langsam die Worte und zunehmend das Verständnis.“

Der wasserpolitische Sprecher des LDEW, Ronald Roepke, meinte: „Wir sprechen bei den aktuellen Anpassungen der Düngeverordnung über die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie, die 1991 in Kraft getreten ist. Seit fast 30 Jahren haben die deutsche Landwirtschaft und Politik die Umsetzung geltenden Rechts versäumt.“

Der LDEW vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 280 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Verband gibt es die Sparten Strom und Fernwärme, Erdgas, Wasser und Abwasser.

Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz

Land schafft Verbindung