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Steigende Corona-Fälle in Luxemburg: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Luxemburg

Steigende Corona-Fälle in Luxemburg : Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Luxemburg

Das Auswärtige Amt in Berlin warnt jetzt offiziell vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Luxemburg. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte dies am Dienstag der SZ. Damit ist Luxemburg das einzige Land im Schengen-Raum, für das eine entsprechende Warnung besteht.

Hintergrund ist die Regel des Auswärtigen Amtes, entsprechende Warnungen auszusprechen, wenn in einem Land die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche über 50 Fällen pro 100 000 Einwohner in sieben Tage lag. In Luxemburg ist diese Grenze derzeit deutlich überschritten. Allein am Dienstag wurden in Luxemburg 100 neue positive Tests gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Luxemburg wegen steigender Corona-Infektionen am Dienstag als Risikogebiet eingestuft.

Trotz gestiegener Corona-Infektionszahlen in Luxemburg hat sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans gegen Grenzkontrollen zum Großherzogtum ausgesprochen. „Maßnahmen an der Grenze sind für uns in diesem Fall kein probates Mittel. Als es im März zu Grenzkontrollen kam, standen wir vor einer völlig anderen Situation, in der es keine Testungen und Nachverfolgungen von Infektionsketten gab“, teilte der CDU-Politiker am Dienstag mit.

Ähnlich äußerte sich Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD): „Wir werden keine erneuten Grenzschließungen machen, weder nach Frankreich noch nach Luxemburg. Die luxemburgische Regierung ist nicht Donald Trump, sie wird selbst die richtigen Maßnahmen treffen. Es zeigt aber, dass Vorsicht weiter das oberste Gebot bleibt.“ Es sei immer klar gewesen, dass es zu neuen Fällen kommen könne. „Gut, dass die Fälle entdeckt werden, auch dank zahlreicher Tests.“

Hans sagte weiter, Luxemburg teste „mehr als jedes andere europäische Land“ und habe bereits vor zwei Wochen, als die Infektionszahlen angestiegen seien, entsprechende Maßnahmen eingeleitet. „Dieses Vorgehen unterstützen wir natürlich, und wir stehen in einem engen interregionalen Austausch mit unseren Partnern“. Eine Task Force tausche sich permanent zu Fallzahlen und medizinischen Gütern aus und entwickele ein Konzept zur grenzüberschreitenden Pandemiebekämpfung.

Der Landrat des rheinland-pfälzischen Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz (CDU), lobte die Zusammenarbeit mit den luxemburgischen Gesundheitsbehörden. Er sei sicher, dass im Nachbarland angesichts der zuletzt wieder steigenden Infektionszahlen dort die richtigen Schritte ergriffen würden. Luxemburg habe sich zu Beginn der Pandemie noch vor Deutschland für einen radikalen Lockdown entschieden. Für Pendler sehe er derzeit keine größeren Probleme, sagte Schartz.

Hans unterstrich: „Wichtig ist jetzt, dass jetzt für die Grenzgängerinnen und Grenzgänger Tests durchgeführt werden, um optimalen Schutz zu gewährleisten.“. In den vergangenen Monaten der Pandemie seien Strategien entwickelt worden, um sich genau auf eine solche Situation vorzubereiten.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich für den Fall ansteigender Covid-19-Zahlen gegen neue Grenzkontrollen zu den Nachbarländern ausgesprochen. Man habe mit den im Frühjahr zeitweise eingeführten Grenzkontrollen „nicht die besten Erfahrungen gemacht“, sagte er am Montag im Innenausschuss des Europaparlaments.

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