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AG "Politische Bildung in der Großregion" in Schengen gegründet

Arbeitsgruppe in Schengen gegründet : Politische Bildung über die Grenzen hinweg

In einer neu gegründeten Arbeitsgruppe wollen mehrere Einrichtungen der Großregion gemeinsam Projekte planen und durchführen.

Auf den ersten Blick ist Schengen nichts Besonderes: ein kleines Örtchen an der Mosel mit nur ein paar Hundert Einwohnern. Aber Schengen ist seit der Unterzeichnung des Schengener Abkommens vor über 30 Jahren auch ein Symbol für offene Grenzen zwischen den Ländern Europas. Insofern ist es passend, dass ausgerechnet dort am Donnerstag der Grundstein für eine weitere Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg gelegt wurde.

„Politische Bildung in der Großregion“ ist der Name einer Arbeitsgruppe, die offiziell gegründet wurde. Den Grundstein für diese neue Arbeitsgruppe, an der mehrere Partner aus der Großregion beteiligt sind (siehe Info), legte 2016 das Zentrum für politische Bildung in Luxemburg. „Es war in der Großregion die jüngste Institution dieser Art“, berichtet Marc Schoentgen, Direktor des Zentrums und Sprecher der neuen Arbeitsgruppe. Auf der Suche nach Kontakten und Erfahrungsaustausch „sind wir am Anfang immer weit gereist“, erinnert er sich – nach Wien, Den Haag und Paris etwa. Doch dann habe man festgestellt, schmunzelt Schoentgen: „Das Gute liegt so nah.“ Und es entstanden Kontakte in der näheren Umgebung, sprich: der Großregion Saar-Lor-Lux.

„Wir haben gemerkt, dass die Kollegen in der Großregion mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben“, erläutert Schoentgen die gemachten Erfahrungen. Aktuelle Herausforderungen – von der zunehmenden Digitalisierung über Fake News und Propaganda bis hin zu Klimaschutz – seien grenzüberschreitend. „Was lag also näher, als sich zu einem informellen Netzwerk zusammenzuschließen und gemeinsam zu denken?“

In dem neuen Netzwerk wollen die beteiligten Einrichtungen gemeinsam Projekte planen und durchführen – und ein Angebot für alle Menschen in der Großregion machen. Der Fokus in der Bildungsarbeit liege auf Kindern und Jugendlichen, betont Schoentgen, aber es würden auch Erwachsene angesprochen. Geplant seien beispielsweise gemeinsame Publikationen oder auch Gelegenheiten, junge Menschen zusammenzubringen. Als mögliches Beispiel nennt Schoentgen ein Jugendparlament, in dem die Teilnehmer „mit diskutieren und selbst Vorschläge artikulieren“ können.

Die ersten Veranstaltungen sind bereits vor der offiziellen Unterzeichnung der Satzung am Donnerstag angelaufen. Bei einer Fortbildung für Lehrer habe zum Beispiel die Gedenkstätte Hinzert in Rheinland-Pfalz im Zentrum gestanden. „Es war das Ziel, die Gedenkstätte besser kennenzulernen“, berichtet Schoentgen. Jugendlichen zu vermitteln, dass historische Ereignisse einen Bezug zu ihnen selbst haben, sei eine große Herausforderung für Lehrer und für die politische Bildung.

„Um politische Bildung stark zu machen ist es wichtig, dass über Grenzen hinaus eng verflochtene Netzwerke entstehen“, hob Fernand Etgen in seinem Grußwort hervor. Etgen ist Vizepräsident des Interregionalen Parlamentarierrates (IPR), der als Schirmherr für die Arbeitsgruppe fungiert. Der IPR habe „nicht eine Sekunde gezögert“, die neue Arbeitsgruppe in dieser Form zu unterstützen, betonte er. Die Großregion biete einen idealen Rahmen für die Entwicklung neuer grenzüberschreitender Ansätze politischer Bildung.

Auch IPR-Präsident Stephan Toscani – wenn auch bei der eigentlichen Unterzeichnung abwesend – sagte, er freue sich „dass sich die Landesinstitute und Zentren für Politische Bildung in der Großregion zusammen tun, um sich zukünftig gemeinsam dieser europäischen Bildungsaufgabe zu widmen“. Er betonte: „Für uns als Interregionaler Parlamentarierrat als Zusammenschluss der Parlamente der Großregion ist es selbstverständlich, die grenzüberschreitende Politische Bildung durch Übernahme der Schirmherrschaft über die neue Arbeitsgruppe zu unterstützen.“