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1674 Menschen sind in der Region Grand Est an Coronavirus gestorben

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise in der Region Grand Est : Mehr als 1600 Todesfälle, verstärkte Kontrolle am Osterwochenende

Trotz steigender Sterbefälle ist die Lage in den Krankenhäusern der Region Grand Est unter Kontrolle. Um eine neue Verschärfung zu vermeiden, gelten auch an Ostern strenge Regeln.

1674 Menschen sind in den Kliniken der Grenzregion Grand Est bisher an den Folgen ihrer Covid-Erkrankung gestorben. Das teilt die französische Regierung mit. Das bedeutet einen Anstieg der Todesfälle um 100 innerhalb der letzten 24 Stunden. Parallel dazu steigt aber auch die Zahl derjenigen, die aus den Krankenhäusern wieder nach Hause entlassen wurden. Das betrifft seit Ausbruch der Corona-Epidemie 3461 Menschen. Auch die Zahl der Menschen, die stationär behandelt werden, steigt. Zurzeit sind es 4819 in der Region Grand Est, 950 müssen intensivmedizinisch betreut werden. Doch innerhalb der letzten sieben Tage zeichnet sich eine Stabilisierung der Lage ab. Wurden vor einer Woche noch täglich mehr als 200 neue Covid-Patienten eingewiesen, liegt deren Zahl nun im niedrigen zweistelligen Bereich.

Im Metzer Krankenhaus, wo Anfang des Monates eine Überlastung der Intensivstation drohte, wurde die Situation durch viele Patienten-Verlegungen innerhalb Frankreichs und ins Ausland entschärft. Neue Evakuierungen seien nicht mehr nötig, sagte Krankenhausleiterin Marie-Odile Saillard. Gegenüber dem Fernsehsender France 3 sagte sie nun, die Lage sei unter Kontrolle. Von den rund 100 Plätzen auf der Intensivstation seien 25 Betten noch frei. Man wolle aber auf keinen Fall welche abbauen, denn so könnte man Patienten aus anderen lothringischen Krankenhäusern aufnehmen. In St. Avold etwa ist laut einem Bericht der Tageszeitung Le Républicain Lorrain die Lage auf der Intensivstation noch sehr angespannt. Alle 25 Plätze seien belegt, man sei auf Verlegungen angewiesen.

Jetzt werden mit Spannung die Ostertage erwartet. Groß ist die Angst, dass sich die Franzosen, für die seit 23 Tagen eine strenge Ausgangssperre gilt, weniger an die Beschränkungen halten könnten. Mit Blick auf das verlängerte Wochenende will der Staat seine Kontrollen verstärken. Es soll vor allem verhindert werden, dass die Menschen, die einen Zweitwohnsitz an der Küste oder auf dem Land haben, dorthin reisen. Um das Haus zu verlassen, brauchen die Menschen einen triftigen Grund. Dieser soll auf eine für jede Fahrt einmalige Bescheinigung mit Datum und Uhrzeit eingetragen werden, welche die Menschen dann mit sich führen müssen. Bei einer Polizeikontrolle wird die Bescheinigung vorgelegt. Frankreichs Innenminister erinnerte daran, dass ein Ausflug oder Urlaubsfahrten kein triftiger Grund sind. Die Präfektur in Metz hat für das Wochenende verstärkte Kontrollen angekündigt. Wer unerlaubt unterwegs ist, muss ein Bußgeld von 135 Euro bezahlen. Auch in den Geschäften wie Supermärkten oder Tankstellen, die an Ostern ausnahmsweise geöffnet bleiben dürfen, werden Beamte Kontrollen durchführen. Das hat die Präfektur in Metz mitgeteilt. Es werde besonders darauf geachtet, dass nicht zuvielen Menschen gleichzeitig der Einlass in die Geschäfte gestattet wird und dass die Mindestabstände eingehalten werden.