Bleiben die Klassen in Primstal doch bald leer?Diese beiden fordern schnelles und entschlossenes Handeln

Bleiben die Klassen in Primstal doch bald leer?Diese beiden fordern schnelles und entschlossenes Handeln

St. Wendel. Der Tag, ab dem Eltern ihre Kinder an der weiterführenden Ringwallschule in Primstal anmelden können, rückt näher. Stichtag: 8. Februar. Doch das bereitet den Verantwortlichen in dem Nonnweiler Ortsteil Sorgen. Denn sie befürchten, dass bis dahin noch nicht entschieden ist, wie es mit ihrer Schule weitergeht

St. Wendel. Der Tag, ab dem Eltern ihre Kinder an der weiterführenden Ringwallschule in Primstal anmelden können, rückt näher. Stichtag: 8. Februar. Doch das bereitet den Verantwortlichen in dem Nonnweiler Ortsteil Sorgen. Denn sie befürchten, dass bis dahin noch nicht entschieden ist, wie es mit ihrer Schule weitergeht. Und dann Eltern womöglich ihren Nachwuchs woanders hinschicken. Die damit verbundene Sorge bei Lehrern, heutigen Schülern und der Elternvertretung: Die Anmeldezahlen könnten nicht reichen, um den Fortbestand der Schule zu sichern. Deren Wunsch: eine eigenständige Gemeinschaftsschule mit eigenständigen Abschlussklassen. Ein Plan: künftige Außenstelle (Dependance) mit unteren Jahrgängen der Theleyer Schule mit dortigem Abschluss. Dagegen wehren sich Primstaler, weil aus ihrer Sicht nicht zukunftsweisend. Das betonten gestern nochmals Schulelternsprecherin Bettina Zimmer und ihre Vertreterin Sandra Kuhn.Nach der gescheiterten Jamaika-Regierungskoalition droht nun, das Interesse an einem raschen Abschluss des neuen Schulordnungsgesetzes im Saar-Landtag ins Hintertreffen zu geraten. Bereits im Januar sollte darüber entschieden werden.

Gleichzeitig gibt es Stimmen, die an einer Außenstelle - zumindest vorerst -festhalten. So auch CDU-Kreischef Hans Ley: "Was die Ringwallschule in Primstal betrifft, haben wir immer eine Entwicklungschance gesehen. Wir werden einen Schulentwicklungsplan schaffen, der die Ringwallschule als Dependance vorsieht." Sollten sich die Anmeldezahlen so entwicklen, wie es auch die Schule selbst erwartet, dann werde nochmals über eine eigenständige Schule zu entscheiden sein.

"Es ist mehr als fraglich, ob das Schulordnungsgesetz noch im Januar verabschiedet wird", sagt Magnus Jung als Kreis-SPD-Vorsitzender. Es sei vielmehr zu befürchten, dass es zu Beginn der Anmeldungen im Februar nicht steht. Seine Partei stehe zu Primstal als eigenständige Schule. Nun müsse sich "die CDU erklären, was sie will". Wenn sie sich jetzt für den Erhalt ausspreche, sei die Ringwallschule schon vor Inkrafttreten des Gesetzes gesichert.

Indes bleibt FDP-Chefin Sylvia Fischer dabei, die Ringwallschule zuerst als Dependance zu erhalten. Sie sieht darin "eine Chance, sie zu erhalten."

Eine verschobene Debatte der Saar-Pralamentarier über das notwendige Gesetz erwartet Lars Schlaup, Vorsitzender der Grünen im St. Wendeler Land. "Die wird wahrscheinlich vertagt, weile andere Themen nun auf der Agenda stehen." Er glaubt, dass wegen der dadurch entstehenden Unsicherheit die Anmeldezahlen sinken, "wenn Eltern nicht wissen, ob ihre Kinder noch einen Abschluss in Primstal erhalten".

Optimistischer zeigt sich Christof Falkenhorst, Vizechef der Linken im Kreis: "Ich hoffe, dass das Gesetz kommt wie geplant." Schließlich habe seine Partei daran mitgewirkt, SPD und CDU bereits signalisiert zuzustimmen. > Seite C 8: Weiterer Bericht

Nonnweiler. "Ich erwarte, dass der Erhalt der Schule im Gesetz aufgenommen wird." So reagiert Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos) mit Blick auf die möglichen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU für eine neue Saar-Regierung. Die politische Initiative wie vor dem Ende des Jamaika-Bündnisses müsse weiterlaufen.

St. Wendels Landrat Udo Recktenwald (CDU) fordert ebenfalls eine schnelle Entscheidung zugunsten der Schule: "Ich erwarte Planungssicherheit mit Blick auf die bevorstehende Anmeldung im Februar. Die Eltern müssen wissen, wo sie dran sind." Sein Plädoyer: Die neue Konstellation in Saarbrücken soll die von ihm vorgeschlagene Gesetzesänderung zugunsten von Primstal übernehmen. Auf die endgültige Verabschiedung des Gesetzes, die wegen der Koalitionsverhandlungen offen sei, könne man nicht warten. Recktenwald: "Dazu braucht es schon jetzt ein Signal der Landtagsfraktionen von CDU und SPD." Und weiter: "Die Chancen für den Erhalt der Schule sind größer als vorher." vf

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