Bietzen ist Golddorf

Bietzen ist Golddorf

Bietzen. Wieder haben die Bietzer es geschafft: Sie holten bei dem Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" Gold. Strahlend nahm Ortsvorsteher Manfred Klein die Urkunde am Mittwochabend im Schloss Fellenberg in Merzig entgegen

Bietzen. Wieder haben die Bietzer es geschafft: Sie holten bei dem Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" Gold. Strahlend nahm Ortsvorsteher Manfred Klein die Urkunde am Mittwochabend im Schloss Fellenberg in Merzig entgegen. "So viele Bürgermeister zu begrüßen, zeigt, dass dieser Wettbewerb auch ihnen ein wichtiges Anliegen ist und sie das bürgerschaftliche Engagement sowie die Bemühungen der Vereine, die Lebensqualität zu verbessern und die Ortschaften nachhaltig zu gestalten, sehr schätzen", sagte Landrätin Schlegel-Friedrich beim Empfang. Ein dickes Lob spendete sie auch den Orstvorstehern. "Es ist toll, wenn es Ortsvorsteher gibt, die sich für ihren Ort engagieren und belegen, wie wichtig ihnen ihr Ort und ihre Bürger sind."Thomas Jackl vom Landratsamt, der die elfköpfige Jury betreute, gab einen Überblick über die elf Dörfer. Dazu gehörten unter anderem die Sommerhütte in Wehingen, der Sinzer Brunnen und das schön gestaltete Kirchenumfeld.

Er stellte den Wärmepumpenlehrpfad in Büschdorf heraus, in Büschfeld das Jugendclubhaus, das Bietzener Mehrgenerationshaus und den neuen Versammlungsraum in Morscholz. "Bei diesem Projekt hat mich besonders gefreut, dass es fertig ist. Mit 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit ist das der ganze Stolz der Morscholzer", sagte Jackl.

Auftrag und Verpflichtung

86 von 100 möglichen Punkten hatte die Jury um Thomas Jackl den Bietzern zugeteilt - für wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten und die Bau- und Grüngestaltung. "Bietzen zeichnet sich unter anderen aus durch das Projekt Mehrgenerationsdorf, das gemeinsam mit den Nachbardörfern betrieben wird", begründete Jackl die Entscheidung der Juroren.

"Wir nehmen aus jeder Analyse etwas mit", sagte Bietzens Ortsvorsteher Klein. "Aus Schwächen machen wir Arbeitsaufträge." Den Wettbewerb nennt er Auftrag und Verpflichtung zugleich. "Dazu braucht man viele Menschen. Unsere Bevölkerung macht immer noch mit, das verspricht den nachhaltigen Erfolg." Sein Fazit: "Immer weiter machen, schließlich ist das die beste Werbung für unsere Dörfer." 2000 Euro Preisgeld erhielt Ortsvorsteher Klein. Und am Landesfinale nimmt Bietzen teil.

Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass die Jury auf Bundesebene den Bietzer Bronze bei dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" zugeteilt hatten. Der Sprung unter die letzten 30 von 3330 Teilnehmerdörfern geschafft zu haben, machte zwar stolz. An diesem Septembertag schwang anfangs noch etwas Melancholie mit. Man hatte sich halt mehr versprochen. Doch die Enttäuschung legte sich schnell, und die Bietzer fassten neuen Mut.

Ermutigung durch Fachmann

Denn noch am Tag der "Urteilsverkündung" bescheinigte ein Fachmann den engagierten Leuten aus dem Merziger Stadtteil, dass in dem Ort noch ganz, ganz viel Potenzial stecke - ein Satz, der Mut machte. Und von dem Empfang in Berlin, bei dem die 25-köpfige Delegation im Februar Urkunde und Bronze-Medaille erhielt, schwärmt sie heute noch. So haben die Bietzer die Ochsentour durch drei Instanzen wieder auf sich genommen. Die erste Hürde ist gepackt - als Sieger auf Kreisebene. Jetzt geht's ins Landesfinale. Auf dem zweiten Platz landete Scheiden mit 78 Zählern und gewann 1500 Euro. Platz drei holte sich Morscholz mit 77 Punkten und einem Preisgeld von 1000 Euro. Für die Plätze vier bis elf gab es je 100 Euro. Beim Empfang durfte Musik nicht fehlen: Pianist Simon Moritz spielte.

Namen

In der Jury waren Werner Reinert (Kreistag CDU), Hans Clemens (Kreistag CDU), Heinrich Peifer (Kreistag SPD), Martin Simmermann (Kreistag Linke), Wilhelm Jaaks (Kreistag Grünen), Kurt Ruschel (Kreistag FDP), Barbara Greweldinger von Landfrauenverband, Kristina Weber von der Dreiländertouristik des Landkreises Merzig-Wadern, Christa Wittlinger vom Kreisverband der Obst- u. Gartenbauvereine, Thomas Jackl, Vorsitzender der Jury-Kommission, Gerhard Mertes, Abteilungsleiter der Unteren Bauaufsichtsbehörde, Edith Gandner, Untere Bauaufsichtsbehörde. red

Hintergrund

Bürgermeister Manfred Horf (von linkls), Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Ortsvorsteher Manfred Klein freuen sich über den ersten Platz von Bietzen. Foto: Landkreis.

Beim 24. Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", der alle drei Jahre stattfindet, hatten sich elf Orte aus dem Kreis Merzig-Wadern beworben: Bietzen (Stadt Merzig), Büschfeld, Morscholz und Dagstuhl (Stadt Wadern), Konfeld und Weierweiler (Gemeinde Weiskirchen), Scheiden (Gemeinde Losheim), Büschdorf und Sinz (Gemeinde Perl), Wehingen und Weiten (Gemeinde Mettlach). red