1. Saarland

Biblische Klänge erfüllen Theley

Biblische Klänge erfüllen Theley

Theley. Ein kulturelles Ereignis ganz besonderer Art war die Aufführung des Oratoriums "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Sport- und Kulturhalle Theley unter Leitung von Kantor Thomas Martin

Theley. Ein kulturelles Ereignis ganz besonderer Art war die Aufführung des Oratoriums "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Sport- und Kulturhalle Theley unter Leitung von Kantor Thomas Martin. Ein fast hundert Stimmen zählender Chor, vorzügliche Gesangssolisten und ein Sinfonieorchester aus Mitgliedern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern trugen dazu bei, dass sich über 800 Zuhörer über einen zweieinhalb Stunden anhaltenden Hörgenuss freuten.Mendelssohn entnahm den Text des Werks ausschließlich der Heiligen Schrift und schuf eine Szenenfolge, die dramatisches Geschehen, Glaubensverkündigung und Beten vereint. Eine wesentliche Partie hat dabei der Chor, der als mitagierendes Volk seinen Standpunkt wechselt und sowohl die aggressiven Feinde des Propheten darstellt als auch spannungsreich komponierte Meditationen der unbeirrt an Jahwe Glaubenden wiedergibt. Zu dieser gewaltigen musikalischen Aufgabe war ein Projektchor aus der Chorgemeinschaft St. Peter Theley (Jugendchor, Junger Chor, Vokalensemble und Kirchenchor) und weiteren Sängerinnen und Sängern des Dekanates St. Wendel/Tholey angetreten und hatte fast ein Jahr lang in ausgewogener Besetzung auf eine reife Leistung hingearbeitet. Die vielseitige Gestaltung reichte von Rezitativen einzelner Stimmgruppen bis zur Achtstimmigkeit, vom erhaben feierlichen "Heilig ist Gott der Herr" bis zur vergeblichen und verzweifelten Anrufung Baals oder dem im brutalen Unisono endenden Befehl zum Prophetenmord "Tötet ihn!".

Eine gleichermaßen große Verantwortung für das Gelingen des Werkes trug Vinzenz Haab als Elias. Sein farbenreicher Bassbariton überzeugte in allen Lagen, seine differenzierte Ausdruckskraft prägte ebenso die vielen intensiven Gebete wie die matte Resignation, welche er im faszinierenden Duett mit der Violoncellostimme erlitt.

Den drei anderen Solisten waren - außer betrachtenden Einschüben - jeweils verschiedene Rollen anvertraut. Die Sopranistin Anne Katrin Fetik spielte nacheinander Witwe, Knabe und Engel und gefiel mit sehr lyrischer Stimme und edlem Piano. Gabriele May, ein Mezzosopran, dessen Wärme besonders in der oberen Mittellage auffiel, profilierte sich als Engel, böse Königin und sogar als Stimme Gottes. Böse und gut erschien auch Marc Doster, dessen schlanker Tenor über leuchtende Spitzentöne verfügt, als abtrünniger König und als Schüler und Freund des Propheten. Als ausgewogenes Quartett präsentierten die Solisten einen von Mendelssohn romantisch rezipierten Choral und den kontrapunktischen Prolog zum Schlusschor.

Das Orchester bot präzise Rhythmik in der Ouvertüre und vor allem eine hochsensible Begleitung der Solisten. Thomas Martin sorgte für das gute Gleichgewicht zwischen Chor und Instrumenten, auch bei dramatischen Höhepunkten. Perfekte Vorarbeit hatte ihm eine wohltuend sparsame Gestik bei der Aufführung ermöglicht. Zur professionellen Präsentation des Ganzen gehörte übrigens auch das ansprechende und hilfreiche Programmheft.