1. Saarland

Biber kehren zurück

Biber kehren zurück

Im Auftrag der Stadt Lebach wurden im Sommer an einem Theel-Abschnitt die Uferstrukturen neu angelegt. Das Gewässer soll sich selbstständig in einen naturnahen Zustand zurückbilden. Dem Biber scheint es nun dort wieder zu gefallen.

Ortstermin in der Theelaue bei Lebach mit Bürgermeister Klauspeter Brill, dem Umweltbeauftragten der Stadt Bernd Bender und dem Projektleiter des Zweckverbandes Natura Ill-Theel, Ulrich Heintz: Letzterer informierte über die Maßnahmen, die unter seiner Mitarbeit zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) am Gewässer durchgeführt wurden.

Ein Biber machte dem Diplom-Geografen den Einstieg leicht: Nur wenige Meter neben der Uferlinie hatte ein Nager frische Spuren an einer kleinen Esche hinterlassen. "Sehen sie", sagte Heintz, hob eine Handvoll Späne auf und meinte weiter, "dem Burschen scheint unsere Arbeit zu gefallen, sonst würde er sich hier nicht aufhalten".

500 Meter langes Teilstück

Die gewässerbaulichen Maßnahmen an dem 500 Meter langen Teilstück der Theel zwischen der Einmündung des Saubachs und der Firma Juchem gelten als Modellprojekt bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) der Europäischen Union aus dem Jahr 2000.

Grundprinzip der Renaturierung sei es gewesen, so Heintz, dem Gewässer zu ermöglichen, sich später aus eigener Kraft in einen naturnahen Zustand zurückzubilden. Mitarbeiter der Universität haben im Vorfeld die Gewässer erfasst und bewertet sowie Maßnahmen zur Strukturverbesserung ausgearbeitet. Das Waderner Ingenieurbüro Paulus und Partner setzte die Vorgaben um.

Das bedeutete für die Theel in der Praxis: Die frühere Ufer- und Böschungsfußsicherung mit Wasserbausteinen wurde einseitig entfernt, damit sich der Wasserabfluss bei mittlerem Pegelstand auf die gesamte Gewässersohle verteilt. Mit dem am Ufer entfernten Material wurden an verschiedenen Stellen im Fluss Inselbänke geschaffen, die dem Wasser neue Strukturen geben. Somit entstanden auch neue Lebensräume für Tiere. Heintz machte bei seinen Erklärungen auf eine Wasseramsel aufmerksam: "Auch sie ist ein Beweis für die Richtigkeit unserer Arbeit. Die neuen Gestaltungsmaßnahmen des Ufers haben bereits wenige Wochen nach Ende der Arbeiten die natürliche Entwicklung des Flussbettes eingeleitet". Laut Bender hat die Maßnahme rund 23.000 Euro gekostet, wovon die Stadt Lebach ein Zehntel bezahlen muss.