1. Saarland

Betroffene wünschen Aufklärung

Betroffene wünschen Aufklärung

St. Wendel. Beate Ufer staunte nicht schlecht: 18 Betroffene waren zum ersten Treffen der Borreliose-Selbsthilfegruppe nach St. Wendel gekommen - aus den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern, aber auch aus dem angrenzenden Rheinland-Pfalz

St. Wendel. Beate Ufer staunte nicht schlecht: 18 Betroffene waren zum ersten Treffen der Borreliose-Selbsthilfegruppe nach St. Wendel gekommen - aus den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern, aber auch aus dem angrenzenden Rheinland-Pfalz. "Das ist erstauntlich viel", sagt die Mitarbeiterin der Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe im Saarland, die neue Gruppen beratend begleitet. Umso überraschter war sie, da vor einigen Jahren in Saarbrücken der Versuch gestartet wurde, eine solche Gruppe ins Leben zu rufen. "Das ist aber an der geringen Resonanz gescheitert", erzählt Ufer. Also blieb es dabei: Für Borreliose-Patienten gab es keine Selbsthilfegruppe im Land. Bis jetzt. Beim ersten Treffen im April ging es erst einmal darum, sich vorzustellen und ein grobes Konzept zu erarbeiten. Was sind die Wünsche und Anregungen der Betroffenen der Infektionskrankheit? Vor allem, erzählt Ufer, wünschen sie sich mehr Aufklärung in der Öffentlichkeit, das Auffinden von Spezialisten und Ansprechpartnern und dass das Krankheitsbild ernst genommen wird. Das habe sich in der jüngsten Vergangenheit schon verbessert, sagt dazu Dr. Thomas Lamberti, der Leiter des St. Wendeler Gesundheitsamtes: "Die Menschen sind sensibler geworden." Früher sei Borreliose seltener diagnostiziert worden. Aber nicht, weil sie heute häufiger auftritt, sondern einfach "weil man nicht daran gedacht hat", sagt Lamberti. Denn gerade im Anfangsstadium treten unterschiedliche Symptome auf. "Da wurde öfter mal die Krankheit übersehen." Außerdem täuschen, so Lamberti weiter, die Symptome andere Krankheiten vor. Beispielsweise deuten Gelenkschmerzen auf einen Bandscheibenvorfall hin. Erkennt man die Krankheit früh, ist sie mit Antibiotika relativ gut behandelbar. Wird Borreliose jedoch chronisch, sei es eine "sehr unliebsame Krankheit". Sie kann sogar Lähmungen hervorrufen. Damit es gar nicht so weit kommt, sollte man Zecken im Auge behalten. Das heißt: Wer in der freien Natur war, sollte den Körper nach Zecken absuchen. Findet man ein solches Tierchen, sollte man es vorsichtig mit einer Zeckenzange herausziehen. Und dabei aufpassen, dass der Kopf nicht stecken bleibt. Anschließend sollte man die Wunde gründlich desinfizieren. Und die Stelle, wo die Zecke sich festgebissen hatte, beobachten. Tritt in den nächsten zwei bis drei Wochen eine Wanderröte auf, ist das ein typisches Zeichen für Borreliose. Dann hilft laut Lamberti nur noch eines: unbedingt zum Arzt gehen. Die Gruppe trifft sich jeden dritten Dienstag im Monat um 16.30 Uhr im St. Wendeler Gesundheitsamt,Mommstraße 31.