Besuch beim bekanntesten Mann der Stadt

Besuch beim bekanntesten Mann der Stadt

80 Vorschulkinder aus den Kindertagesstätten der Pfarreiengemeinschaft St. Wendel pilgerten in die Basilika. Auf dem Weg dorthin bastelten die Kinder im Cusanushaus den Wendelin-Button und Schafe, die nun einen Wandvlies dekorieren.

Sie sind die jüngsten Pilger innerhalb der Wallfahrtswoche. 80 Vorschulkinder aus den fünf Kindertagesstätten der Pfarreiengemeinschaft St. Wendel haben sich an der Wendelskapelle versammelt. "Wir freuen uns auf diesen Tag, heute ist unser Wallfahrtstag", singen die Wallfahrer im Alter von fünf, sechs Jahren. In der Vorwoche ist der Wallfahrtstag im Kindergarten vorbereitet worden. Alle wissen demnach genau, sie besuchen den bekanntesten Mann aus St. Wendel. "Wir haben den Kindern die Legende vom heiligen Wendelin erzählt, somit entsteht parallel auch ein gewisser Bezug zur Stadt", erklärt Karin Klopp, Leiterin des Kindergartens St. Anna Alsfassen.

Auf dem zwei Kilometer langen Weg bis zum Cusanushaus kommt die Pilgerkarawane mehrfach an Statuen, Denkmäler, die an den heiligen Wendelin erinnern, vorbei. "Die Kinder haben ihn sofort erkannt", berichtet Klopp. Doch als richtige Wallfahrer fühlen sich die Kinder immer noch nicht. Einfach nur in der Basilika vorbeizuschauen, ein paar Lieder mitzusingen, ist nicht so ihr Ding. Angekommen im Cusanushaus machen sie sich gleich an die Arbeit. Ein Pilgerstempel mit dem Motiv des alten Wappens der Stadt Wendel wird gebastelt, bunt ausgemalt und kreisrund ausgeschnitten. Ihre fertigen Stempel übergeben die Kinder an Laura Decker von der Kinderhaus Stiftung Hospital, die eigens für sie eine Button-Presse bedient. Paul (5) und Joelle (5) stecken sich den Wendelin-Button direkt an. "Jetzt bin ich ein richtiger Wallfahrer", freut sich Paul. Was fehlt, ist noch das passende Geschenk für den Stadtpatron. "Wendelin war auch ein Hirte, deshalb basteln wir Schäfchen für ihn", sagt Gabi Rauber von der Kinderhilfe der Stiftung Hospital. Die Schafe werden passend aus einem Papierbogen ausgeschnitten, als Fell dient die angeklebte Watte. Letzte Vorbereitungen für den Wortgottesdienst, den sie gemeinsam mit Pastor Klaus Leist feiern, müssen noch getroffen werden.

Joelle, Jonas und Paul üben ihren Text. "Gib uns Augen, damit wir die schönen Dinge sehen können", diesen Satz werden sie in der Basilika aufsagen. Auf der obersten Treppenstufe vor deren Hauptportal wartet Pastor Leist bereits. Er begrüßt die Pilgergruppe und bittet sie ins Gotteshaus hinein. "Ihr habt dem heiligen Wendelin ja was mitgebracht", weiß Leist. Ausgebreitet im Altarraum liegt ein großer Wandbild auf dem Boden. Auf dem Filzstoff ist eine Landschaft mit einem Aussiedlerhof zu sehen, in der Wendelin mit seinem Hirtenstab steht.

Leist ruft alle Kinder nach vorne, die ihre selbst gebastelten Schafe auf der grünen Wiese rund um den Hirten auf dem Wandvlies ablegen. "Oh, da sind ein paar schwarze Schafe drunter", wundert sich der Pastor. Nach dem Wortgottesdienst bedanken sich die Kinder beim Stadtheiligen mit dem Lied. "Du hast uns deine Welt geschenkt".

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