Berlin und Paris siedeln Kulturrat an der Saar an

Berlin und Paris siedeln Kulturrat an der Saar an

Das französische Sekretariat des Deutsch-Französischen Kulturrats zieht von Berlin nach Saarbrücken. Das wurde gestern bei einer deutsch-französischen Konferenz zur besseren Zusammenarbeit im Grenzraum bekannt gegeben.

Das französische Sekretariat des Deutsch-Französischen Kulturrats wird von der französischen Botschaft in Berlin nach Saarbrücken verlegt. Das gab die Bevollmächtigte für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), nach einer Konferenz mit den beiden Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Michael Georg Link und Thierry Repentin, in Saarbrücken bekannt.

Die saarländische Regierungschefin äußerte sich erfreut darüber, dass das französische Sekretariat in die Räumlichkeiten des französischen Generalkonsulats in Saarbrücken zieht. Damit würden die Austauschmöglichkeiten mit dem deutschen Sekretariat ausgebaut, das schon in Saarbrücken angesiedelt ist. Der Deutsch-Französische Kulturrat wurde vor 25 Jahren als kulturpolitisches Beratungsorgan der Regierungen von Deutschland und Frankreich gegründet. Er besteht aus jeweils sechs deutschen und französischen Kulturschaffenden verschiedener Sparten.

Repentin und Link verständigten sich bei dem Treffen auf eine "Erklärung von Saarbrücken", in der ein Fahrplan für den Ausbau der deutsch-französischen Zusammenarbeit in den Grenzregionen beschrieben wird. So sollen nach dem Vorbild der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung in Kehl weitere deutsch-französische Arbeitsagenturen gegründet werden, "insbesondere zwischen dem Département Moselle und dem Saarland". Ferner sollen in den Grenzregionen deutsch-französische Zweige in den Berufsschulen entstehen. In der Großregion ist so etwas für Berufe der Automobilindustrie bereits in Planung. Laut Kramp-Karrenbauer wird dafür als Standort von deutscher Seite "aller Voraussicht nach" das Berufsbildungszentrum St. Ingbert vorgeschlagen.

Beide Seiten kamen sich bei der Anerkennung der Weiterbildung von grenzüberschreitenden Berufskraftfahrern entgegen. Nach Angaben von Repentin soll "vor allem in den Grenzregionen spätestens ab 2014 vom Grundschulalter an die Sprache des Nachbarn unterrichtet werden". In puncto Gesundheit steht die Schaffung weiterer Klinikkooperationen nach dem Modell der kardiologischen Zusammenarbeit zwischen den Standorten Forbach und Völklingen an.

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