| 21:23 Uhr

Lage im Saarland besser als bundesweit
Bericht sieht weiter große Mängel in der Pflege

Zehntausende Pflegebedürftige werden in Deutschlands Heimen Opfer mangelhafter Betreuung. (Symbolbild)
Zehntausende Pflegebedürftige werden in Deutschlands Heimen Opfer mangelhafter Betreuung. (Symbolbild) FOTO: Patrick Pleul / dpa-tmn
Berlin/Saarbrücken. In der Altenpflege liegt noch immer vieles im Argen. Im Saarland ist die Lage vergleichsweise gut.

Schlecht versorgte Wunden, zu wenig Hilfe beim Essen, unzureichende Beatmung: Zehntausende Pflegebedürftige werden in Deutschlands Heimen Opfer mangelhafter Betreuung. In einigen Bereichen hat sich die Qualität der Pflege sogar verschlechtert, wie ein neuer Bericht der Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) zeigt. MDK-Geschäftsführer Peter Pick räumte Probleme ein. Er betonte aber, oft werde die Pflegequalität durchweg negativ dargestellt. Das sei ein „Zerrbild“. Trotz insgesamt guter Ergebnisse gebe es „Fehlentwicklungen“, urteilte Gernot Kiefer vom Vorstand des Kassen-Spitzenverbands.

So bekam bundesweit rund jeder vierte Bewohner, der eine Wundversorgung braucht, diese 2016 nicht ausreichend oder hygienisch unzulänglich. Drei Jahre zuvor war es nur rund jeder Fünfte. Bei jedem vierten Bewohner wurde das Gewicht nicht kontrolliert, obwohl ein gefährlicher Gewichtsverlust drohte. Leichte Verbesserungen gab es bei der Vorbeugung vor Druckgeschwüren. Allerdings wurde dies weiter in jedem fünften Fall, in dem es nötig gewesen wäre, versäumt. 12,3 Prozent der Bewohner, die Hilfe bei Arzneien brauchen, bekamen falsche oder nicht sachgerechte Medikamente. Auch ambulant werden Betroffene regelmäßig Risiken ausgesetzt, hieß es.

Für den saarländischen Pflegebeauftragten Jürgen Bender zeichnet der MDK-Bericht ein realistisches Bild. Die Pflege in Deutschland sei auf einem guten Niveau, „aber nicht alles ist gut“, sagte er der SZ. Im Saarland sei die Situation dabei deutlich besser als bundesweit. Das Land liege bei Personalschlüsseln und Vergütung an der Spitze. Seit seinem Amtsantritt 2013 hat Bender rund 600 Beschwerden bearbeitet.

Die Ankündigung von Union und SPD, bundesweit 8000 zusätzliche Stellen im Pflegebereich zu schaffen, nannte Bender dagegen einen „Tropfen auf den heißen Stein“.