1. Saarland

Bergmann mit Leib und Seele

Bergmann mit Leib und Seele

Bliesen. Es gibt sicher nicht viele Menschen, die 40 und mehr Jahre lang ununterbrochen den Vorsitz in einem Verein führen. Herbert Weber aus Bliesen ist einer von ihnen. Seit 1971 ist er der Präsident der 1871 gegründeten St.-Barbara-Bruderschaft. In dieser Zeit hat er den traditionsreichen Verein geprägt und ihm ein neues Gesicht gegeben

Bliesen. Es gibt sicher nicht viele Menschen, die 40 und mehr Jahre lang ununterbrochen den Vorsitz in einem Verein führen. Herbert Weber aus Bliesen ist einer von ihnen. Seit 1971 ist er der Präsident der 1871 gegründeten St.-Barbara-Bruderschaft. In dieser Zeit hat er den traditionsreichen Verein geprägt und ihm ein neues Gesicht gegeben. Der Bergbau begleitete den heute 75-Jährigen beruflich ein Leben lang und beschäftigt ihn auch im Ruhestand. Klein fing er an, war zunächst Berglehrling und schloss später die Bergingenieursschule als Steiger ab. Die Gruben Reden und Camphausen waren anschließend viele Jahre sein Arbeitsplatz.Bei Saarberg war Herbert Weber danach als Programmierer tätig und wurde anschließend freigestellt für den Betriebsrat. 1962 Mitglied bei der Bliesener St.-Barbara-Bruderschaft zu werden war für den jungen Bergmann damals selbstverständlich. 1969 übernahm er den stellvertretenden Vorsitz und zwei Jahre später von Reinhold Wittling das Amt des Präsidenten.

"Wir hatten seinerzeit etwa 160 Mitglieder", erzählt Herbert Weber. "Aber die Bruderschaft stand nicht gut da, vor allem in finanzieller Hinsicht. Ich sah es zunächst als wichtigste Aufgabe an, den Verein wieder auf sichere Beine zu stellen." In effektiver Zusammenarbeit mit den Vorstandsmitgliedern gelang das unter seiner Führung in den folgenden Jahren. Die Aufwärtsentwicklung brachte es mit sich, dass in der Bruderschaft mehr Leben herrschte und sie sich häufiger in der Öffentlichkeit zeigte als nur, wie vorher, am 4. Dezember, dem Barbaratag.

Teilnahme an Festen

Herbert Weber führte auch die Feder, als die Bruderschaft 1971 ihr 100-Jähriges feierte. Zu den alten Trachten konnten, finanziert durch Spenden, weitere neue angeschafft werden. An immer mehr Festen im Dorf und auch außerhalb nahm der Verein teil, sogar an solchen in Frankreich. "Allmählich war es unserer Bruderschaft gelungen, sich stärker in das Bliesener Vereinsleben einzubringen und sich auch im kirchlichen Bereich eifriger zu engagieren", erinnert er sich. 1988 wurde "In der Silz" ein Stollen gebaut. 2000 entstand an der Kulturhalle der Bergmannsplatz mit einem Bild an der Giebelseite der Brennerei, mit einer Seilscheibe und einer Lore und mit einer Bergmannsfigur.

Viele Jahre hat Herbert Weber seine Erfahrungen im Vorstand des Landesverbandes der Berg-, Hütten- und Knappenvereine und sogar im Bundesverband eingebracht. 2003 ist er mit dem Bundesverdienstkreuz und mit dem Ehrenkreuz des Landesverbandes ausgezeichnet worden.

Kommt nach 41 Jahren als Vorsitzender nicht allmählich eine Vereinsmüdigkeit auf? Herbert Weber schüttelt den Kopf: "Das kann ich im Moment nicht bestätigen, auch wenn ich schon öfter darüber nachgedacht habe, welches der derzeit 107 Mitglieder vielleicht einmal meine Nachfolge antreten könnte." Schon vor Jahren hat sich die Bruderschaft für andere Berufe geöffnet, nachdem Bergleute als Neuzugänge immer seltener geworden waren. "Unsere Bruderschaft ist heute bestens aufgestellt und hat eine gute Zukunft", konstatierte Herbert Weber. Die 150-Jahr-Feier 2021 will er auf jeden Fall noch erleben, wenn auch nicht mehr als Vorsitzender. "Unsere Bruderschaft ist heute bestens aufgestellt und hat eine gute Zukunft."

Herbert Weber