1. Saarland

Bergbautechnik zum Anfassen

Bergbautechnik zum Anfassen

Köllerbach. Imposante Bergbautechnik zum Anfassen, Staunen und Erinnern - ein stiller Ort gegen das Vergessen einer großen Industriekultur. Das Freilichtmuseum rund um den Viktoriastollen in Engelfangen ist fertiggestellt und erwartet Besucher mit meterlanger Fördertechnik und silberfarbenen Riesenwalzen. Der Köllerbacher Bergmanns- und Unterstützungsverein St

Köllerbach. Imposante Bergbautechnik zum Anfassen, Staunen und Erinnern - ein stiller Ort gegen das Vergessen einer großen Industriekultur. Das Freilichtmuseum rund um den Viktoriastollen in Engelfangen ist fertiggestellt und erwartet Besucher mit meterlanger Fördertechnik und silberfarbenen Riesenwalzen.Der Köllerbacher Bergmanns- und Unterstützungsverein St. Barbara hat seit 2003 für dieses Museum organisiert, transportiert und aufgearbeitet. "Gute 6000 Arbeitsstunden waren unsere Kameraden im Einsatz", berichtet der Vorsitzende, Manfred Martin. Zwischen altem Zechenhaus und Eingang des Viktoriastollens Engelfangen in der Grubenstraße zeigen die stattlichen Maschinen würdig den hochtechnisierten Abbau der Steinkohle im Saarland.

Zwei Strebausrüstungen zeugen mit Walzenschrämladern und Panzerförderern von der maschinellen Kraft, die zum Abbau noch in den vergangenen Jahren notwendig war. "Gut 20 Tonnen wiegt eine solche Maschinenkombination", erklärt Obersteiger Franz Speicher, berichtet spannend von der Technik unter Tage. Organisiert hat der Verein die Maschinen teilweise mit finanzieller Unterstützung der Stadt Püttlingen aus der direkten Umgebung. "Zu besichtigen ist Abbautechnik auch aus der Grube Ensdorf", fügt Speicher hinzu. Transportiert wurden die teilweise verrosteten, tonnenschweren Geräte in Einzelteilen, um in Püttlingen an Ort und Stelle wieder aufgebaut zu werden. Als Projekt für die Zukunft hofft der Verein auf eine Öffnung und Begehbarmachung des Viktoriastollens, um laut Franz Speicher "die große Zeit der Steinkohle nicht vergessen zu lassen".

Hintergrund

Wie funktioniert die ausgestellte Abbautechnik im Flöz? Der Walzenschrämlader ist im Steinkohlebergbau die Abbaumaschine unter Tage. Eine oder zwei Schneidewalzen sitzen mit ihren langen und scharfen Meißelzähnen an den Tragarmen eines Schrämladers. Die Arme sind beweglich und können so die Walzen an die Höhe des Strebes anpassen. Während des Abbaus fährt die Maschine im Streb hin und her, schneidet dort die Kohle heraus. Der Panzerförderer wird anschließend als Abbaufördermittel gebraucht und transportiert die Kohle weiter. So genannte Mitnehmer, das sind lange Kettenstränge mitten im Panzerförderer, sorgen für den direkten Transport. Hydraulische Schilde, orangefarbene Stahlplatten mit baumdicken Stützen, sichern in dieser Zeit den Abbaubereich. aha