1. Saarland

Bergbauregion attraktiver machen

Bergbauregion attraktiver machen

Kreis Neunkirchen. Nach eineinhalbjähriger Planung fiel am Montagnachmittag im Lampensaal des Zechenhauses der Startschuss für das Schul-Projekt des Zweckverbandes Landschaft der Industriekultur Nord mit dem Titel "LIK Nord macht Schule" (wir berichteten)

 Die Ziege, auch Bergmannskuh genannt, ist Namensgeber für eines der Projekte. Dabei geht es um die Renaturierung der einstigen Bergbaulandschaft. Foto: dpa/Jens Kalaene
Die Ziege, auch Bergmannskuh genannt, ist Namensgeber für eines der Projekte. Dabei geht es um die Renaturierung der einstigen Bergbaulandschaft. Foto: dpa/Jens Kalaene

Kreis Neunkirchen. Nach eineinhalbjähriger Planung fiel am Montagnachmittag im Lampensaal des Zechenhauses der Startschuss für das Schul-Projekt des Zweckverbandes Landschaft der Industriekultur Nord mit dem Titel "LIK Nord macht Schule" (wir berichteten). Im Rahmen eines Vortrags vor Vertretern aus Politik, den Schulleitern, Lehrern und Schülern der teilnehmenden Gesamtschulen von Schiffweiler, Neunkirchen und Bexbach klärte LIK Nord-Geschäftsführer Detlef Reinhard über die Entstehung und Ziele des Naturschutzgroßprojektes auf. "Mit dem Projekt wollen wir die Bergbauregion attraktiver, lebensfähiger machen", erklärte der Verbandsvorsitzende Karl Kleineberg im Vorfeld und betonte die Wichtigkeit der Einbindung junger Menschen in das Projekt: "Es ist eure Landschaft, eure Zukunft." Nun sei es an den jetzigen Oberstufenschülern der beteiligten Schulen, mit dem Projektstart die Standards zu setzen, die an die nachfolgenden Jahrgänge schließlich weitergetragen werden sollen. Während einer kurzen Ansprache betonte Frank Brück, Schulleiter der Mühlbachschule Schiffweiler, den wichtigen pädagogischen Aspekt des Naturschutzprojektes: "Wir können auf Experten und Ressourcen zurückgreifen und können mit eigenen Untersuchungen Facharbeiten erstellen." Zum Thema Klima hat die Gesamtschule Schiffweiler in Kooperation mit Neunkirchen und Bexbach bereits ein Seminarfach entworfen. Zum theoretischen Unterricht kommen im Laufe des Projektes praktische Betätigungen hinzu: So werden sich die Schüler der Mühlbachschule zunächst mit Fließgewässern wie dem Fahrbach beschäftigten und beispielsweise Wasseranalysen erstellen oder die Artenvielfalt dokumentieren. Bexbach wird sich mit Klimaanalysen auseinandersetzen, Neunkirchen widmet sich der Untersuchung der Biotope. "Unsere Tätigkeit erstreckt sich über die insgesamt vier Landschaftslabore", erläuterte Detlef Reinhard. Eines der "Labore" trägt dabei den Titel "Neuerfindung der Bergmannskuh", ein Gebiet, in dem unter anderem die Renaturierung des kompletten Fließgewässersystems ansteht. "Der Kern des Projektes besteht darin, zu erreichen, dass die Natur in der Bergbaufolgelandschaft wieder sich selbst überlassen wird", klärte Reinhard über die Ziele auf. Man wolle in den nächsten zehn bis zwölf Jahren zusammen mit den Schülern die "Hinterhofatmosphäre" dieser Landschaft beseitigen, und sie stattdessen zu einem "Park der Region" machen. Optimistisch zeigte sich Schulleiter Frank Brück, dass man bereits in ein bis zwei Jahren erste konkrete Ergebnisse vorweisen und damit zeigen könne, dass der Modellversuch "Naturschutzgroßprojekt" in der Region auch nachhaltig Früchte tragen werde. "Mit dem Projekt wollen wir die Bergbauregion attraktiver, lebensfähiger machen"Verbandsvorsitzender Karl Kleineberg