1. Saarland

Bergbaugeschichte auf der Freiluft-Bühne

Bergbaugeschichte auf der Freiluft-Bühne

Petite Rosselle. "Doucement!", schallt es über den Brascheplatz: Sachte sollen sie sich bewegen, mahnt Choreografin Michèle Mefta per Mikrofon ihre Tänzerinnen. Gilt es doch, mit den getanzten Szenen den weiten Raum vor dem alten Vuillemin-Schacht in Petite Rosselle auszufüllen. Und die Gesten sollen passen zur eindringlichen Musik vom Band

Petite Rosselle. "Doucement!", schallt es über den Brascheplatz: Sachte sollen sie sich bewegen, mahnt Choreografin Michèle Mefta per Mikrofon ihre Tänzerinnen. Gilt es doch, mit den getanzten Szenen den weiten Raum vor dem alten Vuillemin-Schacht in Petite Rosselle auszufüllen. Und die Gesten sollen passen zur eindringlichen Musik vom Band. Noch klappt nicht alles, hie und da gerät eins der jungen Mädchen aus dem Takt, reiht sich eilends wieder ein ins Ensemble. Aber Mefta bleibt gelassen. Für Feinschliff ist ja noch Zeit: Erst am Freitag, 19. August, 21 Uhr, hat das Freiluft-Spektakel "Les enfants du charbon" (Die Kinder der Kohle) Premiere.2004 wurde die Schau aus der Taufe gehoben, die die Geschichte des Bergbaus in der Region nachzeichnet. In La Houve bei Creutzwald, wo Frankreich Abschied nahm vom Kohleabbau. Seit 2005 wird das Stück, von einem Verein getragen, am Carreau Wendel aufgeführt, neben dem Bergbaumuseum. Sylvie Dervaux, Autorin und Regisseurin, hat seither neue Szenen angefügt, mit Blick auf die Zukunft, etwa auf neue Energien. Auch das Ensemble ist gewachsen; unter den mehreren hundert Laiendarstellern und Helfern sind inzwischen viele Deutsche. Bei der Probe am Donnerstagabend ist fröhliches deutsch-französisches Sprachengemisch zu hören, die Atmosphäre ist herzlich.

Die Tribüne steht längst. Und auf der Wiese nebenan warten Holzhütten: Erstmals haben die Kohlekinder ein historisches Dorf aufgebaut, in dem sie Besucher informieren, unterhalten und bewirten wollen. Eröffnung ist am Montag, 15. August, elf Uhr. Um 15 Uhr wird der Holzkohlemeiler angezündet, den der Ludweiler Naturpädagogikverein Maltiz aufgebaut hat - die Vorsitzende Astrid Staap stöhnt noch jetzt, wie viel französische Bürokratie im Vorfeld zu bewältigen war. Vom Dienstag an, berichtet "Kohlekinder"-Vorstandsmitglied Ludwig Speicher, ist das Dorf täglich von 15 Uhr bis spätabends geöffnet. Für Kinder gibt es einen Malwettbewerb und einen Streichelzoo mit den Maltiz-Tieren. Und ab 17.30 Uhr können die Besucher beim Proben zuschauen. Wobei die Darsteller am Mittwoch erstmals ins Kostüm schlüpfen. > Weiterer Bericht folgt.

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