Belgisches Fest bei der Cross-WM

Belgisches Fest bei der Cross-WM

St. Wendel. "Manchmal muss man die Leute zum Jagen tragen", lacht Klaus Bouillon, Bürgermeister der Stadt St. Wendel. Er lacht, ernst meint er es trotzdem. Denn besonders viele Deutsche erwartet er nicht, bei den Weltmeisterschaften im Cyclo-Cross am 29. und 30. Januar in St. Wendel

St. Wendel. "Manchmal muss man die Leute zum Jagen tragen", lacht Klaus Bouillon, Bürgermeister der Stadt St. Wendel. Er lacht, ernst meint er es trotzdem. Denn besonders viele Deutsche erwartet er nicht, bei den Weltmeisterschaften im Cyclo-Cross am 29. und 30. Januar in St. Wendel. "90 Prozent der Zuschauer kommen von außerhalb", erklärt Bouillon, "die meisten aus Belgien. Die Deutschen sind da in der Minderheit".In Belgien hat der Querfeldein-Radsport nun mal einen völlig anderen Stellenwert, als in Deutschland. Das spürt vor allem der amtierende deutsche Meister Philipp Walsleben. Der 23-Jährige wohnt und trainiert in Belgien. "Dort lebt man ganz anders als Cross-Sportler", schwärmt er, "es wäre schön, wenn der Sport hier genauso bekannt wäre". Klaus Bouillon, auch Präsident des Organisationskomitees der Cross-WM, erwartet an beiden Tagen etwa 10 000 belgische Zuschauer, "bei insgesamt 25 000 bis 40 000 Besuchern, je nach Witterung". Ebenfalls mit mehreren tausend Holländern Franzosen, Schweitzern, Tschechen und auch Amerikanern rechnet Bouillon.

Diese Massen an Besuchern erfordern allerdings auch viel Arbeit. "Wir haben ja bereits 2005 die Cross-Weltmeisterschaft ausgerichtet. Insofern ist es schon einfacher", findet der Bürgermeister. Trotzdem, der Aufwand ist immens: Das Orga-Team braucht ein Fahrleitsystem, Einweisungspersonal, einen Shuttle-Dienst, Team-Container, eine Info-Zentrale, ein Pressezentrum und auch Doping-Ärzte, um nur einen Teil des Arbeitsfeldes zu nennen. "Am Samstag und Sonntag sind jeweils 376 Helfer im Einsatz", erzählt Klaus Bouillon, "wir haben ein sehr gutes Team. Da macht die Arbeit auch Spaß".

Zumal der Aufwand nicht der einzige Aspekt ist. "Der Gewinn bleibt in der heimischen Wirtschaft", sagt Bouillon, "und da bleiben locker eine Millionen Euro". Die Hotels in St. Wendel und in der Umgebung sind nahezu ausgebucht, "die Cross-WM bedeutet das größte Übernachtungskontingent im Jahr für das Saarland", weiß Bürgermeister Bouillon.

Dass es dabei wenige Saarländer in das eigens erbaute Stadion in St. Wendel zieht, muss er verkraften. "Die Atmosphäre ist toll, egal ob es regnet oder schneit - 20 000 Zuschauer sind mindestens da. Und durch die feiernden Belgier wird das ein richtiges Spektakel", prophezeit der Organisations-Präsident. Und die Saarländer werden dann durch einen der Hauptsponsoren "energis" zum "Jagen getragen": Die Inhaber der Schlauen-Stromer-Karte haben an beiden Tagen freien Eintritt - zu dem belgischen Spektakel bei den Cross-Weltmeisterschaften. cjo