Bejubeltes Konzert des Stipendiaten Thomas Auner

Bejubeltes Konzert des Stipendiaten Thomas Auner

Saarbrücken. Vor dem Stipendiatenkonzert des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) überreichte Musikhochschulrektor Thomas Duis einen Preis an Thomas Auner. Der 20-jährige Wiener Cellist spielte Werke von Beethoven, Schumann und Prokofieff. Sie gaben ihm Gelegenheit, mit lyrischem Einfühlungsvermögen melodischen Schönheiten nachzuspüren

Saarbrücken. Vor dem Stipendiatenkonzert des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) überreichte Musikhochschulrektor Thomas Duis einen Preis an Thomas Auner. Der 20-jährige Wiener Cellist spielte Werke von Beethoven, Schumann und Prokofieff. Sie gaben ihm Gelegenheit, mit lyrischem Einfühlungsvermögen melodischen Schönheiten nachzuspüren. Trotz seiner Jugend hat er einen beneidenswert reinen Tonansatz und versteht, den Bogen weich und gefühlvoll zu führen. Der seinem Alter an sich angemessene stürmische Drang wirkt zurückgestutzt. Das Streben nach bedächtigem Dynamik-Ausgleich wird spürbar. Das gelang ordentlich. In Beethovens A-Dur-Sonate op. 69 leitete der Solist liedhaft-frisch unbegleitet das Geschehen ein und erreichte einen echten Dialog mit dem Klavier. Pianist Layes drängte sich nie in den Vordergrund, gab nur Zunder, wenn es nötig war. Eine Ausgewogenheit, die besonders dem originellen Scherzo Würze verlieh. Mancher schwärmerische romantische Tupfer - wie im Schumannschen Adagio und Allegro As-Dur - vertiefte zusätzlich den Gefühlsgehalt, glitt jedoch nie ins Sentimentale ab. Das war besonders wichtig in Prokofieffs C-Dur-Sonate op 119, deren zerbrechliche Tonalitäts-Struktur durch unangebrachte Gefühlsduselei schnell trivialisiert werden kann. Technisch hat Auner Einiges zu bieten. Im Duett mit seinem erfahrenen Begleiter Layes notierte man manchen durchaus sicher wirkenden Lauf, Doppelgriff oder hübschen Triller (Beethoven,Prokofieff). Seine Treffsicherheit in hohen Lagen ist allerdings noch entwicklungsbedürftig, doch mit seinem unbestreitbaren großen Talent wird er das gewiss schnell in den Griff kriegen. Viel Jubel - besonders bei seinen studentischen Instrumental-Kollegen. pes

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