Beinbruch ist keine dauerhafte Behinderung

Beinbruch ist keine dauerhafte Behinderung

Jägersfreude/Saarbrücken. Unverhofft kommt leider oft. So ist Karl-Heinz Oster in seinem Haus in Jägersfreude am Buß- und Bettag schwer gestürzt. Sechsmal brach sich der 70-Jährige den linken Fuß und einmal das Schienbein. Was einen Krankenhausaufenthalt natürlich unumgehbar machte. Sechs Tage später wurde er nach erfolgreicher Behandlung wieder in die Freiheit entlassen

Jägersfreude/Saarbrücken. Unverhofft kommt leider oft. So ist Karl-Heinz Oster in seinem Haus in Jägersfreude am Buß- und Bettag schwer gestürzt. Sechsmal brach sich der 70-Jährige den linken Fuß und einmal das Schienbein. Was einen Krankenhausaufenthalt natürlich unumgehbar machte. Sechs Tage später wurde er nach erfolgreicher Behandlung wieder in die Freiheit entlassen. Und da sitzt er nun - im Rollstuhl. Ein Rollator und Krücken kommen als häusliche Hilfe noch hinzu. Eine Belastung des linken Beins, so steht es im Arztbericht, ist für die Dauer von sechs Wochen nicht erlaubt. Zur ärztlichen Nachkontrolle in Saarbrücken wird der verunglückte Patient von einem Nachbarn kutschiert. Allerdings ergibt sich da ein Problem: Bis nah ran an die Praxis darf das Auto nicht fahren, denn für einen der begehrten Schwerbehindertenparkplätze hat der Mann aus Jägersfreude keinen Ausweis. Oster fragt sich, ob es denn nicht möglich wäre, ihm und anderen Leuten, die vorübergehend außer Gefecht gesetzt sind, einen solchen Ausweis auszustellen.Das, sagt Ina Thiesen, Sprecherin des Saar-Sozialministeriums, dem das für solche Ausweise zuständige Landesamt untersteht, gehe leider nicht. Die geltenden Vorschriften würden diesen Fall nicht vorsehen. Thiesen verweist auf die sogenannte Versorgungsmedizin-Verordnung, die Anwendung findet, wenn ein Mensch beantragt, als außergewöhnlich gehbehindert anerkannt zu werden. Wird dies nach gründlicher Überprüfung bestätigt, so erhält der Mensch den sogenannten AG-Ausweis. Und damit darf er die Behindertenparkplätze im öffentlichen Raum nutzen. Eine vorübergehende Behinderung, wie sie unser Leser vorweisen kann, reiche da nicht aus. Im Übrigen kann man wohl davon ausgehen, dass eine grundlegende Prüfung des Grades einer Behinderung doch einige Zeit in Anspruch nimmt. Will heißen: Karl-Heinz Oster wäre da längst wieder auf den Beinen und nicht mehr auf einen AG-Ausweis angewiesen.

Sein Fall und ähnlich gelagerte, sagt am Ende Karl-Heinz Oster, "schreit doch nach einer Lösung". Dieser Meinung kann man durchaus beipflichten. Zumal man jederzeit in eine solch missliche Lage kommen kann.

Den Hinweis zu diesem Bericht bekamen wir von unserem Leser-Reporter Karl-Heinz Oster aus Jägersfreude. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder E-Mail an: leser-reporter@sol.de

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