Muss jeder dritte Mitarbeiter gehen?: Beim Saar-Sportverband droht Kündigungswelle

Muss jeder dritte Mitarbeiter gehen? : Beim Saar-Sportverband droht Kündigungswelle

Wegen des Finanzskandals trennt sich der LSVS offenbar von jedem dritten Mitarbeiter.

Die Krise beim Landessportverband (LSVS) spitzt sich weiter zu. Es gibt konkrete Hinweise, dass zum Monatsende eine Kündigungswelle droht. Der auf Druck der Rechtsaufsicht beim Innenministerium eingesetzte Konsolidierungsberater Michael Blank soll drei Modelle erarbeitet haben, bei deren Umsetzung der Verband sich „aus eigener Kraft“ sanieren könnte. Das würde nach SZ-Informationen unter anderem bedeuten, dass sich der LSVS von etwa einem Drittel seiner Belegschaft, die deutlich über 100 Mitarbeiter zählt, trennt. Hintergrund ist ein strukturelles Jahresdefizit von 2,3 Millionen Euro. Die Personalkosten machen mit rund 6,5 Millionen Euro rund die Hälfte des Budgets aus.

Vizepräsident Franz Josef Schumann, der nach dem Rücktritt von Präsident Klaus Meiser mit seinem Kollegen Franz Josef Kiefer die ehrenamtliche Verbandsführung übernommen hat, sagte der SZ: „Das Präsidium wird am Donnerstag über Kündigungen und Personalmaßnahmen diskutieren.“ Am 20. Juni soll der komplette Vorstand informiert werden. Schumann lehnte Detailangaben mit dem Hinweis ab, er wolle zuerst mit Sanierer Blank und mit den Betroffenen reden. Diskutiert wird nach SZ-Informationen unter anderem über die Auslagerung oder die Schließung einzelner Bereiche, wie etwa Mensa, Reinigungsbetrieb oder Teile der Buchhaltung.

Thomas Müller, Verdi-Chef an der Saar, bestätigte der SZ, dass bereits eine Kündigung ausgesprochen und ein Aufhebungsvertrag angeboten wurden. Wie es heißt, handelt es sich um eine Mitarbeiterin, der Arbeitszeitbetrug vorgeworfen wird, und einen Personalrat, der seiner eigenen Firma Aufträge des LSVS erteilt haben soll. Mit einer weiteren Führungskraft soll über ein Vertragsende verhandelt werden.

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