1. Saarland

Bei der Kommunalwahl wird ein Politikwechsel angestrebt

Bei der Kommunalwahl wird ein Politikwechsel angestrebt

Seit 30 Jahren gibt es die Homburger Grünen: Grund genug, um bei einem Empfang im Siebenpfeifferhaus auf die aktuellen Diskussionen und die bewegte Entwicklung über drei Jahrzehnte in der Kreisstadt einzugehen.

An Anlässen für Gespräche mangelte es beim Empfang zum 30-jährigen Bestehen der Homburger Grünen am vergangenen Donnerstagabend im Siebenpfeiffer-Haus nicht: Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU) und dem Grünen-Kreisvorsitzenden Adam Schmitt zu dessen Rolle beim Verfahren rund um die Ansiedlung eines Einkaufscenters in Homburg gehörten ebenso zu den Themen des Abends wie die anstehende Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl. Drumherum reihten sich eingehende Rückblicke in die Geschichte der Homburger Grünen und Ausblicke in deren Gegenwart und Zukunft.

Für die beiden letztgenannten Zeitfenster zeichnete die Stadtverbandssprecherin Yvette Stoppiera verantwortlich. Sie griff unter anderem die Kontroverse Schöner/Schmitt auf und fragte mit Blick auf Schmitts Funktion bei den Grünen und seine gleichzeitige Tätigkeit im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz: "Darf man als deutscher Bürger kein politisches Amt bekleiden, nur weil man beim Staat beschäftigt ist? Wenn ja, dann müssten in den Stadt- und Gemeinderäten eine große Zahl von Mandatsträgern, vor allem der Volksparteien, ausgetauscht werden." Yvette Stoppiera sprach in diesem Zusammenhang von einer "Dauerkampagne" Schöners gegen die Homburger Grünen. "Er lässt keine Gelegenheit aus, um uns zu beschimpfen. Und wir sagen: Gut so, wir wollen streitbar bleiben" Mit der kommenden Kommunalwahl strebe man nun, so Stoppiera, einen Politikwechsel an.

Winfried Anslinger, Gründungsmitglied der Homburger Grünen und aktuell stellvertretender Stadtverbandssprecher, lenkte nach Stoppieras Einstimmung dann den Blick in die Vergangenheit. Die Gäste im Siebenpfeiffer-Haus, darunter auch der Grünen-Landesvorsitzende Hubert Ulrich und der Bundestagsabgeordnete Markus Tressel, erinnerte er an die Impulse, die auch in Homburg zur Gründung eines Stadtverbands der Grünen geführt hätten: "Anti-Atomkraft, Nato-Nachrüstung und Umweltprobleme."

Anslinger beschrieb bildhaft den nicht einfachen Weg vom politischen Newcomer zur heute etablierten Partei. "Die Grünen hatten in ihren Anfängen ein Image-Problem. Sie wurden stark identifiziert mit Polizeieinsätzen, sie galten als linksradikal und sie waren eine Außenseitergruppe." Anhand vieler Beispiele schilderte Anslinger in der Folge die Arbeit der Grünen in Homburg - von der Erbach-Renaturierung über das Engagement bei der Rettung der früheren Synagoge bis hin zum Umwelt- und Friedenstag. Der eigentliche Impuls dafür sei ursprünglich überparteilich gewesen, die Aktion wurde dann, so Anslinger, "leider von der SPD sozusagen besetzt".