1. Saarland

Behörden kündigen verschärfte Kontrollen bei Rinderhaltern an

Behörden kündigen verschärfte Kontrollen bei Rinderhaltern an

Saarbrücken/Losheim. Der Losheimer Bauer, auf dessen Weidegelände fünf Rinderkadaver und -skelette gefunden worden waren, hat gegen einschlägige Vorschriften verstoßen. Die Behörden prüfen daher die Verhängung eines Bußgelds. Das teilten die drei Ministerien für Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft gestern mit

Saarbrücken/Losheim. Der Losheimer Bauer, auf dessen Weidegelände fünf Rinderkadaver und -skelette gefunden worden waren, hat gegen einschlägige Vorschriften verstoßen. Die Behörden prüfen daher die Verhängung eines Bußgelds. Das teilten die drei Ministerien für Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft gestern mit. Zugleich kündigten sie an, rund 100 der über 800 Betriebe im Land, die Rinder halten, im Zuge von "Schwerpunktkontrollen" in den nächsten drei Monaten "unter die Lupe zu nehmen".Laut Gesundheits-Staatssekretär Sebastian Pini (FDP) sind fünf der 236 Rinder des Landwirts behandlungsbedürftig, darunter eines wegen einer "eitrigen Wunde". Es habe zudem Abweichungen des tatsächlichen Rinderbestandes vom behördlich erfassten Bestand "im einstelligen prozentualen Bereich" gegeben. Am Montag hatte der Landwirt der SZ gesagt, dass er rund 260 Rinder habe. Die Prüfer fanden auf dem Hof aber nur 236 vor. Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Grüne) sagte, der Bauer hätte seine Tiere jeden Abend zählen müssen, wenn er sie in den Stall führt, und hätte jedes Tier mindestens einmal am Tag in Augenschein nehmen müssen. Zudem hätte er die toten Tiere zeitnah nach dem Verenden beseitigen müssen. Mängel gab es laut Pini auch bei der Befolgung der Kennzeichnungspflichten, die im Fall von Lebensmittelskandalen sowie für die Tierseuchenbekämpfung von großer Bedeutung sind.

Nach den Worten von Borger stehen manche Betriebe unter einem "enormen Kostendruck". Wenn viele Tiere gehalten werden und für diese wenig Personal zur Verfügung steht, könne es zu Problemen kommen. Die Behörden verlangen von dem Bauern nun, dass er bis zur nächsten Weidesaison für eine "ordentliche Sicherung" des Geländes sorgt, die ein Abrutschen der Tiere an Gefahrenstellen verhindert. nof