1. Saarland

Begrüßung mit herausgestreckter Zunge

Begrüßung mit herausgestreckter Zunge

Die Reisegruppe trat am fünften Tag ihrer Studienreise vom Kathmandu-Tal Nepals aus ihre Überfahrt mit dem Bus nach Tibet an. In nordöstlicher Richtung ging es über den Amiko-Highway zur Grenzstation Kodari. "Hunderte Busse und Lkws kamen uns entgegen. Die 115 Kilometer lange Fahrt war bei dieser engen Straße oft abenteuerlich", schildert Lang. In Kodari endete vorerst die Fahrt

 Alle helfen bei der Feldarbeit mit.
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Die Reisegruppe trat am fünften Tag ihrer Studienreise vom Kathmandu-Tal Nepals aus ihre Überfahrt mit dem Bus nach Tibet an. In nordöstlicher Richtung ging es über den Amiko-Highway zur Grenzstation Kodari. "Hunderte Busse und Lkws kamen uns entgegen. Die 115 Kilometer lange Fahrt war bei dieser engen Straße oft abenteuerlich", schildert Lang. In Kodari endete vorerst die Fahrt. Nach der Grenzkontrolle ging es über die Freundschaftsbrücke nach Tibet, wo die tibetische Reiseleitung die Gruppe empfing. "Wir sahen hunderte von Trägern, die Lastwagen ausluden und hunderte von Metern schwere Lasten nach Kodari schleppten. Die Träger, die nur einen Hungerlohn erhalten, taten uns Leid", so Lang. Erste Station in Tibet war die Stadt Zhangmu, in 2500 Metern Höhe gelegen, die geprägt ist vom Handel zwischen Tibet und Nepal. Weiter ging es gen Süden in die Bergwelt des tibetischen Hochplateaus, über den Lalung Pass auf 1050 Metern Höhe. "Überall auf dem Hochplateau und auf den Passhöhen sahen wir Gebetsfahnen und Steinsetzungen, um die guten Geister zu locken und die bösen zu vertreiben. Wie aus dem Nichts tauchten Gruppen von Tibetern auf, die uns Druckfahnen oder Schmuck verkaufen wollten", erinnert sich Lang an die Fahrt, "Ausländer sind meist überrascht, wenn sie mit herausgetreckter Zunge begrüßt werden - dies gilt jedoch in Tibet als Zeichen von Respekt und Gastfreundschaft."Das heutige autonome Gebiet Tibets umfasst zirka 1,2 Millionen Quadratkilometer, was nur der Hälfte des einstigen Tibets entspricht. Das Hochland von Tibet erstreckt sich auf einer Höhe von rund 4500 Metern, der nördliche Teil ist eine fast menschenleere Felswüste. Auf den Bergweiden im Süden grasen Schafe, Yak-Rinder und Ziegen. "In Tibet leben etwa drei Millionen Menschen; der chinesische Bevölkerungsanteil ist stark gewachsen: waren es vor 1950 nur ein paar Hundert, so sind es jetzt zirka 700 000. Während die Chinesen das von ihnen als rückständig angesehene Feudalsystem unter dem Dalai Lama, der seit 1959 im Exil lebt, bekämpften, förderten sie zugleich die Modernisierung des Landes, indem sie Bodenschätze wie Salz, Kupfer und Gold abbauten", erklärt Lang. Weiter führt die Reise Richtung Tingri, einer Aussgangsstation für Expeditionen zum Mount Everest. Die Gruppe übernachtete in New Tingri, auf 4350 Metern Höhe. "Die Menschen, die hier in Tingri leben, sind sehr freundlich, anmutig, bescheiden und hilfsbereit", stellt Lang fest, "aber das kann man eigentlich von allen Tibetern sagen, denen wir begegnet sind."Der nächste Teil der Reise, zum Sakya-Kloster, über den Lagpa-Pass nach Shigatse und schließlich Richtung Lhasa, wird im vierten Teil des Reisetagebuchs geschildert.< Wird fortgesetzt. "Überall auf dem Hochplateau und auf den Passhöhen sahen wir Gebetsfahnen und Steinsetzungen, um die guten Geister zu locken und die bösen zu vertreiben."Albert Lang