1. Saarland

Begehrte Technik aus Tholey

Begehrte Technik aus Tholey

Tholey. "Die lange Nacht der Industrie ist das erste Veranstaltungsformat, das im Umfeld der Industrie zusammen bringt, was zusammen gehört: die Industrie als bedeutenden Wirtschaftsfaktor und Menschen der Region", so steht es im Grußwort der Broschüre dieser Veranstaltung, die schon zum zweiten Mal stattfindet und auf überaus große Resonanz beim Publikum gestoßen ist

Tholey. "Die lange Nacht der Industrie ist das erste Veranstaltungsformat, das im Umfeld der Industrie zusammen bringt, was zusammen gehört: die Industrie als bedeutenden Wirtschaftsfaktor und Menschen der Region", so steht es im Grußwort der Broschüre dieser Veranstaltung, die schon zum zweiten Mal stattfindet und auf überaus große Resonanz beim Publikum gestoßen ist.18 Industriepartner der Region öffneten am Donnerstag ihre Pforten, um den Menschen Einblicke in Abläufe und Prozesse zu gewähren, um Interesse zu wecken und Neugier zu befriedigen. Die Zielgruppe ist dabei denkbar weit gefasst und reicht von Schülern über Studierende, Arbeits- und Ausbildungsplatzsuchende, Berufstätige vom Helfer bis zum Akademiker und interessierte Menschen, die es spannend finden, hinter die Kulissen zu schauen. Und spannend war diese lange Nacht, wie das Beispiel der Firma Junker & Partner in Tholey zeigte. Junker & Partner ist führend in der Prüfvorrichtungstechnik für den Automobil- und Flugzeugbau. Der mittelständische Betrieb, der vor rund 18 Jahren mit fünf Mitarbeitern begonnen hatte und zur Zeit 110 Beschäftigte zählt, entwickelt und fertigt Vorrichtungen, in denen Bauteile und Bauteilgruppen für Tests eingespannt und auf Qualität, Abmessungen und Passgenauigkeit geprüft werden. Basis dafür ist ein patentiertes Baukastensystem - "Hightech-Lego", wie es der Geschäftsführer Alfred Huber in seiner Einführung nannte. Seit 2007 gehört Junger & Partner zu 75 Prozent zur Carl Zeiss AG, einem der bedeutendsten deutschen Unternehmen, das weltweit vier Milliarden Euro umsetzt. Gemeinsam mit dem Geschäftsbereich IMT der Carl Zeiss AG bietet Junker und Partner den internationalen Flug- und Fahrzeugbauern prüftechnische Gesamtlösungen. Vor allem alle namhaften Automobilhersteller weltweit zählen zu den Kunden.

27 interessierte Besucher wurden in drei Gruppen durch die verschiedenen Produktionsabläufe geführt. Der Chef und Firmengründer, Franz-Rudolf Junker, ließ es sich nicht nehmen, selbst einer der Gruppen die Abteilungen vorzustellen. Angefangen in der Konstruktion, wo die notwendigen Prüfvorrichtungen auf der Grundlage von Datensätzen onstruiert werden, ohne das ein Teil jemals produziert wurde, über die Fertigung der Vorrichtungen mit Hilfe modernster Dreh- und Fräsmaschinen, bis hin zur messtechnischen Kontrolle und Abnahme und zum Versand.

Die Besucher waren sichtlich beeindruckt und hatten in dem idyllischen Tholey eine solche Firma, die global marktführend ist, nicht erwartet. Unter den Gästen waren die beiden Studierenden Christian Schmitt und Jonas Herrmann, die an der HTW in Saarbrücken Mechatronik- und Sensortechnik studieren. Für die beiden ist das Thema als solches nichts Neues, aber sie zeigten sich von den Perspektiven, die sich auch für ihren beruflichen Werdegang ergeben könnten, sehr angetan. Auch der 19-jährige Auszubildende im Bereich Zerspanungstechnik, Pascal Meier aus Sulzbach, zeigte großes Interesse. "Ich wollte mal sehen, wie es in andern Firmen so ist, welche Arbeitsweisen und Möglichkeiten sich dort bieten", machte der Azubi seinen Beweggrund deutlich. Einen späteren Wechsel zu Junker & Part schloss er nicht aus. Eine ganz andere Motivation hatte beispielsweise eine weitere Besucherin, die einfach einmal sehen wollte, wo ihre Tochter arbeitet.

Junker & Partner steckt mitten in der Planung zur Erweiterung des Betriebes (wir berichtetne) und es werden in Kürze neue Mitarbeiter gesucht in Produktion und Verwaltung. Bewerbungen nimmt man gerne schon jetzt entgegen.