1. Saarland

Begegnung von Raum und Ton

Begegnung von Raum und Ton

Herr Welsch, Sie haben "Begegnungen der besonderen Art" komponiert. Was für ein Konzert wird das?Welsch: In diesem Konzert handelt es sich um Auszüge aus unserem Musical "Ophelia"

Herr Welsch, Sie haben "Begegnungen der besonderen Art" komponiert. Was für ein Konzert wird das?Welsch: In diesem Konzert handelt es sich um Auszüge aus unserem Musical "Ophelia". Durch das Zusammenwirken von Ton- und Dichtkunst, von klassischen und Popelementen, von Harmonien und Disharmonien, von jung und alt entwickelt sich ein Spannungsbogen, der eine Einheit bildet und so die "Begegnungen der besonderen Art" entstehen lassen.

Hängen Ophelia und der zweite Teil des Konzerts, Tobias Rößler und eigene Songs, zusammen?

Welsch: Nicht direkt, was das Musical anbelangt. Er trägt dazu bei, dass sich seine Songs auf ihre Weise in diesen Spannungsbogen eingliedern und somit das Ganze abrunden. Vincenzo Di Rosa singt zwei Songs außerhalb des Musicals.

Ihre Komposition ist eine Premiere. Warum gehen Sie erst jetzt mit Ihren Kompositionen an die Öffentlichkeit?

Welsch: Weil ich einen gewissen Grad an Professionalität erreichen wollte, wenn ich an die Öffentlichkeit trete. Ich habe mich 1986 der Kompositionslehre angenommen - mit ungefähr 12 000 Übungsstunden. Unterstützt hat mich dabei die Pianistin Ludmilla Kovalas vom Staatstheater Saarbrücken - eine rothaarige Diva, die meinen Weg vorausgesehen hatte, später Everard Sigal, ein holztrockener Sehrvielwissender und musikalischer Leiter des Musikabends und Gabriele Hansemann, eine philosophierende, nicht zu ersetzende Squaw, was sich in ihrer Textdichtung für meine Songs widerspiegelt - eine Einheit von Wort und Ton.

Wie kamen Sie zum Komponieren?

Welsch: Geprägt durch die Familie meines Vater, Konzertmeister und Geiger im Kreissinfonieorchester, bin ich schon früh mit Musik in Berührung gekommen, ohne einen Hörschaden davonzutragen. Ständig Musik im Kopf, habe ich dann mit 18 Jahren an den Klaviertasten herumgespielt. Dabei blieb es bis heute. So manchen Klavierlehrer habe ich nach einigen Stunden zur Verzweiflung gebracht, bis Frau Kovalas meinte: "Du kannst mit fremden Noten nichts anfangen, spiel deine eigenen." Von da an ging's bergab - also leichter und immer schneller.

Wie kam es zu "Ophelia"?

Welsch: Die Traumgestalt von Shakespeares "Ophelia" stand auf einmal bildlich vor mir und von G. Hansemann kam ausnahmsweise kein Widerspruch.

Sie sind Architekt und jetzt Komponist. Was verbindet, was trennt beides?

Welsch: Bau- und Tonkunst haben die gleichen Grundgesetze, nämlich Erzeugung von räumlichen und akustischen Spannungen und deren Auflösung in einen Gleichklang - Geometrie und Harmonie. Von reinen Harmoniesoßen halte ich nicht viel. Musik von der Alm oder Haus von der Stange sind für mich fern wie die Mondgöttin. Gegensätze schaffen und diese wieder auflösen sind meine Werke und auch mein Leben - eine spannende Geschichte.

Auf einen Blick

Das Theater am Ring in Saarlouis präsentiert am Freitag, 4. November, 20 Uhr eine musikalische Uraufführung mit dem Titel "Begegnungen der besonderen Art".

In Form einer Voraufführung bietet zunächst ein Ensemble renommierter Sänger und Musiker eine Zusammenstellung von Songs aus dem Musical "Ophelia" von Burkhard Welsch. Neben anderen werden Sabine Becker, Mezzosopran, Inna Herrmann, Sopran, Luciano di Gregorio, Tenor, und Vincenzo di Rosa, Tenor, zu hören sein. Texte: Gabriele Hansemann, Bühnenbild: Lioba Amann.

Den zweiten Teil des Abendprogramms gestalten der saarländische Musiker Tobias Rössler und Band, die ein Cross-over-Programm aus klassischer Musik und sanftem Pop-Rock darbieten. Karten kosten 24 Euro (Kulturamt Saarlouis, der Stadt-Info im Rathaus). tsch